Erlebnisse und Impressionen
Besinnliches Treffen zum Jahresende
Bei einem Gläschen Wein versammelte sich kurz vor dem Weihnachtsfest noch einmal eine kleine Gruppe von Vereinsfreunden zu einer gemütlichen Runde. Dabei stellte uns Frau Seidel- Zaprasis aus Halle Originalgrafiken von Fotis Zaprasis, die er als Illustrationen zum Roman „Z“ von Vassilikos (die Verfilmung lief in der diesjährigen Filmreihe im Griechenhaus) geschaffen hatte. Auch unterhielten wir uns über Vorhaben des Vereins im nächsten Jahr und begannen so mit der Sammlung von Vorschlägen für das Jahresprogramm 2009 (Erfreulich: es besteht wieder kein Mangel an). Mit großer Freude lauschten wir den griechischen Liedern mit Gitarrenbegleitung, die Herr Antonis Papakonstandinidis, der Lehrer griechischer Kinder in Leipzig, vortrug und bei denen wir meist, wenn auch etwas zaghaft, mitsangen.
Bild 1: Frau Seidel-Zaprasis
Bild 2: Wir machen uns Gedanken für 2009
Bild 3: Herr Papakonstandinidis
Orthodoxes Christentum und der Westen
Am 10.12. 2008, nach fast genau 3 Jahren als er schon einmal bei uns weilte, war Herr Professor Dr. Vasilios Makridis, der Religionswissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Universität Erfurt lehrt, wieder bei uns zu Gast. Er sprach zum Thema
„ Das orthodoxe Christentum aus westlicher Sicht in Geschichte und Gegenwart“
Während er damals vorwiegend zur Sicht des orthodoxen Christentums auf den christlichen Westen informierte, gab er diesmal einen Abriss über die historische Entwicklung des spannungsgeladenen Wechselverhältnisses zwischen beiden Lagern. Dabei und in der anschließenden regen Diskussion kamen auch Ereignisse aus der jüngsten Geschichte Europas zur Sprache.
Einige Ausschnitte aus der Veranstaltung:
Conny und Klaus zu Besuch bei Mikis Theodorakis
Aus einem Bericht von beiden über ihren diesjährigen Griechenlandurlaub:
„auch diesmal konnten wir wieder zwei Konzerte mit seinen Werken erleben. Das erste war mit Maria Farantouri und Manolis Mitsias im Attikou Alsou und das zweite im Odeon am 10.09 2008. Leider konnte zum ersten Mal, seit wir seine Konzerte besuchen (seit 1980!), der Komponist selbst nicht zu den Konzerten kommen. Sein Gesundheitszustand ließ das nicht zu. So beschlossen wir, an unserem letzten Urlaubstag ihn zu besuchen ... und es klappte. Wir durften in seine Wohnung kommen und konnten ein kurzes aber sehr angeregtes Gespräch mit ihm führen sowie ein paar Fotos mit Mikis machen, von denen wir zwei hier zeigen“.
Geschichte einer Spende
Wir alle haben noch die erschütternden Bilder von den schrecklichen Waldbränden die Griechenland im Sommer 2007 vor Augen. Auch erinnern wir uns der beeindruckenden Welle von internationalen Solidaritätsaktionen. Angeregt von unserem Freund, dem Görlitzer Bürger, Arzt und Sänger griechischer Lieder, Herrn Hans-Dieter Tietz, wurde, unterstützt durch den Bürgermeister der Stadt und das Europahaus Görlitz, eine Sammelaktion in der Stadt Görlitz und auch eine Sammlung im Verein Griechenhaus Leipzig organisiert. Der Betrag von 1500,00 € wurde auf direktem Wege einem schwer betroffenen Lyzeum in Megalopoli - Griechenland zugeleitet.
Vor kurzem erreichte den Bürgermeister von Görlitz ein Schreiben vom Direktor der Schule vom 30. 06. 08), in dem es heißt:
„Sehr geehrter Herr Bürgermeister von Görlitz,
wir möchten Ihnen noch einmal unseren Dank ausdrücken für die großzügige Geste, Schüler unserer Schule, die von den Bränden betroffen wurden, wirtschaftlich zu unterstützen.
Das Lehrerkollegium unseres Lyzeums hat 10 Schüler, die besonders bedürftig sind (es sind Waisen oder ihre Eltern haben gesundheitliche Probleme) ausgewählt und jedem 150,00 € gegeben.
Wir legen diesem Schreiben Dankschreiben der Kinder und Fotos bei.
Wir wünschen den Bewohnern Ihrer Stadt Wohlergehen und Vorwärtskommen.
Hochachtungsvoll
Unterschrift des Direktors (B. Theoloros) und Schulstempel „
Wir haben uns über diesen persönlichen Brief, der durch ein Foto von den Schülern un den Lehrern (siehe die Bilder) in freundlicher Weise ergänzt wird, sehr gefreut. Außerdem hat jeder Schüler noch ein paar Zeilen mit persönlichen Dank beigefügt.
Traditionelle Theodorakis-Geburtstagsfeier
Conny und Klaus Kluth luden ein und sehr Viele kamen, um am Sonnabend, dem 02. 08. 2008 ab 16.00 Uhr, den Geburtstag des großen griechischen Komponisten Mikis Theodorakis zu feiern: Mitglieder und weitere Freunde der Deutsch-Griechischen Gesellschaft „Griechen-Haus Leipzig“, Vertreter des Heimatvereins Rückmarsdorf und Nachbarn. Wieder unterhielt uns unser langjähriger Freund, der Arzt Klaus-Dieter Tietz aus Görlitz, begeistert und gekonnt mit Liedern in griechischer Sprache. Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Mitwirkung des Schauspielers und Sängers Kostas Papanastasiou, bekannt aus der ARD-Fernsehserie „Lindenstraße“ . Wenige wussten bisher, dass er auch ein enger Freund von Mikis ist. Er berichtete von Begegnungen und dem gemeinsamen Kampf mit Mikis Theodorakis und sang unter großem Beifall Lieder von ihm. Er hielt sich dabei weitgehend an sein Programm „Kostas singt Theodorakis“, was er vor 1 ½ Jahren in der vollbesetzten Berliner Philharmonie geboten hatte. Auch machte er deutlich, dass es vor allem Mikis Theodorakis war, der mit populären Vertonungen viele Dichtungen der griechischen Nobelpreisträger für Literatur Georgios Seferis und Odysseus Elytis sowie auch solche von Jannis Ritsos dem griechischem Volk und auch einem breiten internationalen Publikum bekannt gemacht hat.
Kostas Papanastasiou und Dr. Klaus-Dieter Tietz verzichteten auf die Gage. Der gesammelte Betrag in Höhe von 455,00 € wurde Kostas Papanastasiou als Spende übergeben, der ihn an hilfsbedürftige Menschen in Georgien, für die er seit vielen Jahren Hilfsgüter sammelt und diese teilweise selbst mit dem LKW nach Georgien gebracht hat, weiterleiten wird.
Weiter wurde der Abend durch Tänze (Mitglieder der Tanzgruppe) und durch Videofilmsequenzen (aus dem Fundus von Familie Kluth), in denen Werke und Leben von Mikis Theodorakis im Mittelpunkt standen, bereichert. Zum Abschluß, gegen 22.30 Uhr, überreichten Conny und Klaus beiden Künstlern je ein Exemplar der jüngst erschienen Biografie von Mikis Theodorakis mit dem Titel: „Der Rhythmus der Freiheit“.
Wetter und Stimmung waren großartig und die letzten Gäste gingen erst gegen 03:00 Uhr nach Hause. Am nächsten Vormittag trafen sich dann einige Gäste um zu frühstücken und bis zum Mittag die Reste des griechischen Büfetts vom Vortag zu vertilgen. Lob und Dank allen Gästen, die nicht nur dem Spendenaufruf nachkamen, sondern auch köstliche, selbst zubereitete griechisches Gerichte mitbrachten. Auch Kostas hat es sehr gefallen und er versprach, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Am 01. Mai 2009 wird er wieder in Berlin in der Philharmonie auftreten.
Nachfolgend einige Impressionen von der großen Party: Sie erleben unseren Gast aus Berlin beim Vortrag von Theodorakis-Liedern und von Erinnerungen an persönliche Begegnungen mit dem Komponisten, sie sehen ihn zusammen mit Familie Kluth und Frau Tietz aus Görlitz. Wir sehen die Gastgeber und Organisatoren mit dem Vorsitzenden des Heimatvereines Rückmarsdorf, die Übergabe der Theodorakis-Biographie an die Künstler Tietz (Mitte) und Papanastasiou sowie je eine Ansicht vom Büfett und vom Festzelt.
Sochos – ein Reisetagebuch der Tanzgruppe des Griechenhauses
von Heike Kokinous, Elke Kotthoff und Wolfgang Richter
„Pascha“ – das bedeutendste Fest der orthodoxen Kirche im Jahr – wir wollen es endlich einmal direkt vor Ort erleben, in Griechenland - so, wie es die Griechen traditionell feiern mit all den religiösen Bräuchen, mit opulenten Gelagen an brechend vollen Tafeln, mit Musik und Tanz. Ja – tanzen wollen wir auch! Also: auf nach Sochos, einem kleinen ruhigen Ort, rund 50 km nordöstlich von Thessaloniki mit ca. 3000 Einwohnern, malerisch gelegen, hinter dem Volvi-Gebirge versteckt (Bild 1). Dorthin, an den Ort seiner Herkunft, führt uns die Einladung unseres Tanzlehrers aus Berlin.
24. April 2008 Megali Pempti:
Die Reise beginnt viel versprechend. Nach 14 Stunden, Flug von Nürnberg über Köln nach Thessaloniki, einem Flugzeug, bei dem eben der TÜV abgelaufen war (!) und schier endlosem Warten, macht die selbstverständliche Gastfreundschaft der Griechen erlebte Widrigkeiten allemal wett, denn auch nach 5 Stunden Verspätung werden wir nachts um 3.30 Uhr herzlich in Thessaloniki empfangen. Der Nachthimmel allerdings hat alle Schleusen geöffnet, die Stadt – ein wasserführender Asphaltwirrwar. Egal – der Morgen kündigt sich mit grauem Schimmer an, also: und Tanzgruppe und Gepäck in Mietwagen verstaut und auf nach Norden…. Wir erleben eine Fahrt durch kaum vom Tourismus erschlossenes Hinterland. Irgendwann geben die tiefliegenden grauen Wolken den Blick auf idyllische grüne Bergketten frei. Dazwischen rot-weiße Farbtupfer, Rapsfelder, Mohnblumen, über und über blühende Rosenbüsche und dann die ersten Häuser von Sochos. Wir sind angekommen – endlich!
25. April 2008 Megali Paraskevi:
Schnell ein Frühstück im Hotel (auch hier hat das Personal schlaflos auf uns gewartet), Zimmer beziehen und Schlafen legen - wem es denn vergönnt ist, Ruhe zu finden – für nicht allzu lange, denn wer wollte schon die Ereignisse des Tages verschlafen. Heute ist Wochenmarkt, Gelegenheit, typische Produkte der Region zu erstehen oder in der Kirche des Hl. Georgios die Prozedur der Schmückung des Epitaphios (Bild 2) zu verfolgen. Wir sehen Unmengen von Rosen, Nelken und Lilien, die den baldachinartigen, kunstvoll geschnitzten Aufbau des „Grabtisches“ schmücken. Blumenpracht und –duft verzaubern uns, ehrfurchtsvoll sehen wir Männern, älteren Frauen, Kindern, ganzen Familien zu, wie sie unter dem Epitaphios hindurchkriechen, ein wichtiges Ritual für ein glückliches und vor allem gesundes Jahr. Am Abend dann die Prozession durch das Dorf, der schwere, blumengeschmückte Epitaphios wird, umgeben von einer schier unübersehbaren Menschenmenge, durch die engen Gassen des Dorfes getragen, ein Meer tanzender Kerzenlichter weist ihm den Weg. Festliche Stille begleitet die Prozession, selbst der Regen hat aufgehört…
26. April 2008 Megalo Savvato:
Ausflug nach Thessaloniki (Bild 4), der Stadt mit einer Vielzahl an byzantinischen, römischen und türkischen Einflüssen, malerisch am thermaischen Golf gelegen, wo wir uns nicht nur von den Sehenswürdigkeiten bezaubern lassen, nein, wir erliegen auch kulinarischen Versuchungen. Wer je die betörenden Düfte frischgebackener Tsoureki vor dem Geschäft von Terkenlis spürte, wird verstehen ( Bild 3) …. Wir aber kehren nicht dort ein, probieren lieber bei Chatzis ein Kazan dipi, eine puddingartige Mischung aus Büffelmilch und Milchreis sowie karamelisiertem Belag. Ungewohnt, aber lecker…
Zurück im Dorf erleben wir die Nacht der Mikri Anastasi, der Auferstehungsmesse. Alles drängt in die Kirche, aber keiner hastet. Dann ist es soweit: alle Lichter verlöschen. Die Menschen drängen, ihre weißen Osterkerzen in der Hand, nach vorn, wellenartig verteilt sich das Licht in der Kirche, der Papas zieht, gefolgt von der Gemeinde, ins Freie. Es ist kurz vor Mitternacht, alle blicken aufgeregt auf die Uhr, bis endlich Schlag 0 Uhr der Papas den erlösenden Satz spricht: „Christos anesti – Christus ist auferstanden“. Endlose gegenseitige Glückwünsche und Umarmungen folgen. Man wünscht sich „Chronia polla“ und hört „Alithos anesti – er ist wahrhaft auferstanden" (Bild 5).
Das kleine Feuerwerk stört sich nicht am wieder einsetzenden Regen. Alle versuchen, ihr heiliges Licht nach Haus zu bringen, auf dass das ganze Jahr nur Gutes ins Haus einkehre. Auch wir lassen uns nicht vom Regen abhalten, die extra für uns gefärbten roten Eier zu „kicken“. Dieser Brauch ist seit dem 13. Jh. bekannt: einerseits soll dem zerbrochenen Ei Segen und wohl auch Fruchtbarkeit entströmen, andererseits das heilgebliebene Ei Kraft und Stärke symbolisieren. Im Hotel ist alles für das Osternachtmahl vorbereitet: Mageiritsa, die erste traditionelle Fleischmahlzeit nach der langen Fastenzeit - sehr gewöhnungsbedürftig für deutsche Gaumen, und wer hier keine „Flecke“ mag, wird auch keinen rechten Gefallen finden an der Suppe mit den klein geschnittenen Innereien des Osterlamms.
27. April 2008 Ostersonntag:
Wir besuchen das Frauenkloster der Panagia Theoskepastos (Bild 6), eine Dependance des Klosters Docheiariou vom Berg Athos. Wir werden herzlich empfangen und von den Nonnen mit reichlich Tee und Gebäck bewirtet. Ein kleiner Rundgang beschert uns überraschende Informationen über das Kloster und die Lebensweise der Nonnen.
Zurück im Dorf erwartet uns ein festlich gedeckter Ostertisch. Es gibt – traditionell - Lamm vom Spieß, dazu werden viele andere Köstlichkeiten angeboten. Jeder isst, worauf er Lust hat, am Ende sind alle mehr als satt.
Zeit zum Tanzen! Die Musik der Region kennen wir von CDs. Heute aber tanzen wir zum Gesang einer einzelnen Frau, Sängerin und Tanzlehrerin. Ihre Stimme ist weich, fast zärtlich, doch von unbändiger Kraft. Unsere Füße finden wie von selbst den Rhythmus, neue Schritte prägen sich ein. An diesem Nachmittag sprechen wir eine gemeinsame Sprache, die des Tanzes…
28. April 2008
Diejenigen, die sich seefest fühlen, machen heute einen Ausflug zum Berg Athos, der einzigartigen Mönchsrepublik, wo Himmel, Erde und Meer sich zu einem irdischen Paradies verbinden (Bild 7). Ein eindrucksvolles Erlebnis für alle, die noch nie hier waren, wenngleich die vergangene Nacht mit Live-Musik und Tanz bis zum frühen Morgen uns noch in den Knochen liegt.
Am Abend feiern wir gemeinsam mit den Dorfbewohnern den Tag des Hl. Georgios. Auf der Plateia haben sich Tanzgruppen der Region in prachtvollen Kostümen versammelt, traditionell gekleidete Reiter umrunden das Oval vor der Kirche. Volksfest (Bild 8).
Wir genießen das bunte Bild. Die Reihen der Tänzerinnen schweben - getragen von der Musik - anmutig über den Dorfplatz; auch die Kindergruppen verblüffen uns mit der Eleganz und dem Ausdruck ihres Vortrages. Am Ende werden wir als Tanzgruppe aus Leipzig eingeladen mitzutanzen, was wir als große Ehre empfinden; wir genießen zugegebenermaßen die zustimmenden Blicke der Anwesenden. Ein wahrhaft erhebendes Gefühl…
29. April 2008
Die Sonne lässt uns heute zum ersten Mal ahnen, wie warm Griechenland um diese Jahreszeit sein kann, denn sie schickt uns wohlwollende Strahlen, die die Farben der Umgebung, das Grün der Berge, das Bunt der Blumen, das Weiß der Häuser erstrahlen lassen. Und wir tanzen! Ein Workshop im Freien, inspiriert vom Farbspiel der Natur, geleitet von Savvas Mavridis, Pontier, Tänzer, Tanzlehrer, Sänger…. Begleitet wird er von Nikos Ioannidis, einem Meister auf der pontischen Lyra. Gesang, Lyraspiel und der Schweiß, den wir beim Tanz vergießen, lassen den Tag unvergeßlich werden…
30. April 2008
Ein Tag zum Erholen, jeder tut das, was ihm gefällt. Vergina, Edessa oder einfach nur Meer. Griechenland, ohne am Meer gewesen zu sein - für einige einfach unvorstellbar. Am Abend heißt es Abschied nehmen von inzwischen vertrauten Gesichtern, aber auch Kontakte knüpfen zu neuen Bekannten, die extra gekommen sind, um uns kennenzulernen. Und was tun wir an diesem Abend? Das, was wir gemeinsam mit den Griechen am besten können: essen und – tanzen, natürlich.
1. Mai 2008
Abschied von Sochos. Diese Reise hat uns bereichert, nicht nur durch das, was wir Neues erfahren haben, auch über uns haben viel gelernt. Mit etwas Wehmut, aber auch Lust auf neue gemeinsame Abenteuer fahren wir nach Hause und danken tief in unserem Innern all jenen, die diese Reise für uns unvergesslich gemacht haben.
Ergänzung (J. Schulz)
Es sei noch hinzugefügt, dass viele Mitglieder des Vereins und auch Teilnehmer an der österlichen Reise nach Griechenland von unserem Vereinsmitglied und sehr aktiven Mitglied der Tanzgruppe, dem ev. Seelsorger Hern Michael Turek, sehr intensiv über das griechische Ostern und auch generell über die orthodoxe Liturgie informiert worden waren. Die nachfolgende Abbildung zeigt Herrn Turek bei seinem mehrstündigen (! und niemals langweilig) Vortrag mit praktischen Demonstrationen (u. a. in der benachbarten Russischen Kirche) und Musikbeispielen (Bild 9).
Zypern
Am Mittwoch, dem 9. April, 19.00 Uhr, sprach Herr Professor Heinz A. Richter (Mannheim) über „Das Zypernproblem: Genese und Entwicklung bis 1977“ . Es war die zweite Veranstaltung in unserem Verein mit dem Historiker und erfolgreichen Buchautor. Getragen wurde die sehr interessante Veranstaltung in dankenswerter Weise wieder von der Botschaft Zyperns, die durch ihren Presseattaché, Herrn Michalis Koumides, vertreten wurde.
Nachtrag
Anschließend noch einige Bilder von der Straßenbahntaufe anlässlich der Griechischen Woche stattfand. Die großen und sehr modernen XXL-Züge tragen die Namen von Leipzigs Partnerstädten. Nun, seit dem 25. Oktober 2007, ist auch die Partnerstadt Thessaloniki dabei. Sie sehen Taufurkunde und Modell der Bahn (präsentiert von Frau Eleni Vaviadou), den Griechischen Generalkonsul, Herrn Cakioussis, und eine Mitarbeiterin der Bahn, die vom Bibermaskottchen zum Festakt geleitet werden sowie Szenen von derTaufe selbst.
Bericht für 2007 auf der Jahresversammlung
am 08. 01. 2008
Liebe Vereinsmitglieder!
Nun blicken wir auf das 5. Jahr der Tätigkeit unseres Vereines zurück. Fünf Jahre sind ziemlich viel, wenn man die Fülle an Veranstaltungen und die umfangreiche Kleinarbeit, die dahinter stecken, bedenkt. Aber angesichts dessen, dass es auch in Leipzig Vereine gibt, deren Wirkungszeit bis anderthalb Jahrhunderte zurückreicht, sind wir doch noch sehr jung.
Auch im Jahre 2007 waren wir darum bemüht, mit regelmäßigen und interessanten Veranstaltungen eine lebendige Vereinsarbeit zu leisten. Dabei zeigt ein Blick auf das Jahresprogramm 2007, dass wir im Berichtszeitraum alle Vorhaben verwirklicht haben. Dabei entstanden viele Ideen, die in die Vorschläge für 2008 einfließen, über die wir nachher diskutieren werden.
Vorher sei an die wesentlichsten Aktivitäten im Jahre 2007 erinnert.
Die meisten Veranstaltungen waren Bestandteil von zwei Projekten:
Lesungen und Vorträge von griechischen Autoren , die in Deutschland leben, wirken und publizieren und
die Griechische Woche .
Die griechischen Autoren im Rahmen der beiden Projekte waren:
Herr Zachacharias G. Mathioudakis (Stuttgart), der aus Gedichten und Mythen über seine kretische Heimat las
Frau Niki Eideneier und Frau Sophia Georgallides (Herausgeberinnen, Romiosini Verlag Köln), die ihre Anthologie “ Die Sonnenblumen der Juden. Die Juden in der neugriechischen Literatur “ . vorstellten
die griechische Journalistin und Autorin Eleni Torossi (München), die zum Thema „Was ist die Mehrzahl von Heimat? Die Entwicklung der Ausländerliteratur in Deutschland“ sprach
die Kunstwissenschaftlerin aus Köln, Frau Dr. Ekaterini Kepetzis, die den kretischen Maler „El Greco“ vorstellte und
die Autoren Frau Amanda Michalopoulou (Berlin, Athen) und Herr Kostas Giannacacos (München), die aus ihren Werken lasen
Für beide Projekte hatten wir bei der Stadt Leipzig und beim griechischen Kulturministerium finanzielle Zuwendungen beantragt, die wir dankenswerter Weise auch erhielten.
Wenn wir die weiteren griechischen Autoren, die unser Veranstaltungsprogramm bereicherten, dazunehmen, können wir erfreulicherweise einen hohen Anteil griechischer Kulturschaffender bei unseren Veranstaltungen feststellen. Es waren das: die Autorin und Übersetzerin Frau Elena Noussia (Athen), die während der Griechischen Woche an der Universität Workshops zur Übersetzungstheorie und –praxis gestaltete, und die Familie Roula Chatzigeorgiou , Nikos Ikonomidis und Pelagia
Ikonomidi , welche die Trachtenausstellung während der Griechischen Woche gestalteten, sowie der bekannte griechische Kriminalschriftsteller, Übersetzer und Drehbuchautor Herr Petros Markaris aus Athen, der aus seinem neuesten Roman „Der Großaktionär“ las.
Andere Vorträge haben uns zu den Königsgräbern nach Vergina (mit Frau Irmgard Peeck), auf die Spuren der „ Griechen in Görlitz und Zgorzelec “ (Herr Tietz), auf (Berg-) “ Wanderungen in Nordgriechenland “ (Prof Dr. Müller), und ins Elbtal auf eine lebhaft und kontrovers diskutierte zeitgeschichtliche Exkursion zu den griechischen Emmigrantenkindern (Prof. Dr. Troebst) geführt.
Es ist bemerkenswert, dass es das Wetter bei den 3 Freiluftunternehmungen sehr gut mit uns meinte und die Bemühungen der Gestalter und Teilnehmer belohnte. Es waren das
das Picknick auf dem Fockeberg , das, inzwischen eine Tradition, mit der Vielfalt und Qualität der selbst zubereiteten Speisen eine weitere Steigerung erfuhr
die musikalische Gartenparty aus Anlass des 82. Geburtstages von Mikis Theodorakis im neuen Haus von Familie Kluth (also zugleich Einweihungsfeier) und von dieser wiederliebevoll organisiert. Zum Erfolg trugen Herr Tietz aus Görlitz mit griechischen Liedern und die Tanzgruppe sowie die kulinarischen Beiträge von Teilnehmern wesentlich bei. Bei dieser Gelegenheit sei der Tanzgruppe für ihre vielen Einsätze bei ständiger Vervollkommnung der tänzerischen Fähigkeiten und des Erscheinungsbildes sehr herzlich gedankt.
Die Exkursion nach Görlitz, von Herrn Tietz kenntnisreich und mit philhellenischer Begeisterung begleitet, hat uns nicht nur Spaß gemacht sondern auch mehrfach bereichert und zwar: um Kenntnisse über die fast 7000 während des I. Weltkrieges dort festgesetzten griechischen Soldaten und Offiziere , um Kontakte zum musikalischen Leben der in Zgorzelec ansässigen Griechen und mit architektonischen und anderen kulturellen Reichtümern der „beinah“ europäischen Kulturhauptstadt an der Neiße.
Es gelang uns durch beharrliches Anregen zu erreichen, dass im Zusammenhang mit der Griechischen Woche am 25. Oktober eine weitere Classic-XXL-Straßenbahn auf den Namen einer Partnerstadt Leipzigs , diesmal Thessaloniki , getauft werden konnte, was der Wiederaufnahme der städtepartnerschaftlichen Beziehung hoffentlich dienlich sein wird. Als Verein wollen wir jedenfalls auch in Zukunft weiter dafür wirken.
Kommen wir zur Griechische Woche , wobei es nicht um eine Beschreibung des Ablaufes gehen soll, sondern um eine summarische Bilanz.
Ein erstes Anliegen war, den Stau an verlockenden Themen und Veranstaltungsideen aufzulösen, der sich in den letzten 4 Jahren gebildet hatte, – eine erfreuliche Sache, die zeigt, dass wir bei der Programmgestaltung aus dem Vollen schöpfen können. Das war gelungen. Weiterhin wollten wir mit einer konzertierten Aktion den Grad der Wahrnehmung unseres Vereins und damit auch seiner Ausstrahlung in Leipzig und auch anderenorts wesentlich erhöhen. Hier fällt die Einschätzung differenziert aus. Zweifellos haben wir durch die Stadt Leipzig (in der Ansprache des 1. Bürgermeisters, Herrn Müller, wurde das gesagt), durch das Griechische Generalkonsulat , das GRASSI Museum für Völkerkunde (unser Veranstaltungsort, ohne den das Ganze nicht möglich gewesen wäre), die Sponsoren und Förderer (die Gaststätten Wallstreet und Marathon, der Eudora-Verlag und die Mitarbeiter der Antikensammlung der Universität Leipzig) aber auch durch die Vortragenden aus verschiedenen Orten Deutschlands und sogar Griechenlands viel Anerkennung erfahren. Aus Dankschreiben der Beteiligten erfuhren wir, dass Leipzig und unser Verein als gastlicher Ort empfunden wurde, was sich hoffentlich herumsprechen wird.
Nicht ganz unseren Erwartungen entsprach die Resonanz bei der Leipziger Bevölkerung. Das betrifft nicht so sehr die beiden großen Veranstaltungen zur Eröffnung und zum Abschluss, sondern vielmehr das Angebot an Vorträgen, Filmen und Ausstellungen, das von zu wenigen Besuchern (auch aus den Reihen griechischen Bürger Leipzigs) wahrgenommen wurde. Auch ist im Ergebnis der Woche unsere Mitgliederzahl nur geringfügig gestiegen. Das hat uns enttäuscht, da der Aufwand (Gespräche, Telefonate vor den Veranstaltungen, Gestaltung und Verteilung von qualitativ hochwertigen Plakaten und Programmen, nervenaufreibende Kleinarbeit) sehr hoch war. Auch waren die tatsächlichen Kosten weitaus höher als veranschlagt, was zu Konsequenzen für unsere Arbeit in diesem Kalenderjahr führen muss.
Am Beispiel der Griechischen Woche zeigte sich erfreulicherweise aber auch die Bereitschaft vieler Mitglieder, sich für den Verein einzusetzen. Stellvertretend seien die Familien Kluth und Richter-Kokkinous, Frau Block, Frau Schulz und Frau Fischer genannt. Ganz besonders wollen wir Herrn Dr. Stamboulou danken, der uns in sprachlichen Fragen immer zur Seite steht, enge Verbindung zu Studenten pflegt und der griechischen Korrespondenz des Vereins den letzten Schliff gibt. Wir freuen uns, dass wir mit Frau Voula Chatziparaskeva eine Muttersprachlerin für die Leitung von Griechisch-Kursen gewonnen haben, die bereits erfolgreich laufen. Wir danken dem Verleger Herrn Dr. Ralf-Claus Müller , der in seinem Eudora-Verlag den wunderschön gestalteten Erinnerungsband mit Graphiken und Texten von Fotis Zaprasis herausbrachte (auch ohne die zugesagte finanzielle Unterstützung des Vereins, die von den Ausgaben für die Griechische Woche geschluckt wurde), dieses Werk zur Griechischen Woche vorstellte und dazu dort eine Ausstellung mit Werken des Künstlers gestaltete.
Der Verein beteiligte sich mit einer Spende von 220 € (z. T. während der Griechischen Woche gesammelt, z. T. aus der Vereinskasse) an der Solidaritätsaktion für Opfer der Brandkatastrophe in Griechenland. Schon vor einem Jahr stellten wir fest, dass unsere Präsenz in der Öffentlichkeit, in der Presse verbessert werden muss. Es gibt kleinere Fortschritte: Lokal- und Kulturredaktion der LVZ veröffentlichten Artikel (über das Jahresprogramm, Ankündigung der Buchlesung von P. Markaris), die Terminredaktion der LVZ und die Griechenlandzeitung kündigt regelmäßig alle unsere Veranstaltungen an, die Griechische Woche war begleitet von Ankündigungen und Artikeln in Stadtmagazinen, in der Griechenlandzeitung und einem Interview für den HR. Öffentlichkeitsarbeit und ihre Verbesserung bleibt dennoch nach wie vor ein Schwerpunkt unserer Arbeit.
Zur Web-Seite des Vereins und ihrer regelmäßigen Aktualisierung gab es von Web-Nutzern positive Äußerungen. An dieser Stelle danken wir unserem Freund Wolfgang Richter für die prompte Bereitstellung von Fotos aus dem Vereinsleben. Inzwischen ist ein ganzes Archiv von Bildern auf CD vorhanden und allen zugänglich.
Im Berichtszeitraum wurde die Zusammenarbeit mit dem griechischen Generalkonsul, Herrn Constantinos Cakioussis, weiter vertieft . Die anregenden Konsultationen mit ihm, nun auch im Vorfeld unserer Vorhaben, wurden zur regelmäßigen Einrichtung. Auch besucht er oft unsere Veranstaltungen. Im Berichtsjahr hat die Griechische Regierung, vertreten durch ihr Außenministerium, unsere Arbeit wiederum in dankenswerter Weise durch eine großzügige Geldspende unterstützt.
Der Antrag auf Bewilligung von Fördermitteln an die Stadt Leipzig für zwei unserer Projekte war erfolgreich. In diesem Jahr werden wir für 2009 wieder einen Antrag stellen; nun haben wir auch auf technischem Gebiet der Antragstellung dazugelernt. Allerdings mussten wir erfahren, dass die Höhe der gewährten Fördermittel grundsätzlich mit der Mitgliederzahl positiv korreliert. Allein deshalb (natürlich nicht nur) haben wir allen Grund dafür, uns um eine steigende Zahl an Mitgliedern, die regelmäßig ihren Beitrag entrichten, zu bemühen. Wir werden deshalb
den nächsten Monatsinformationen ein Einzahlungsformular beilegen
allen, die den Beitrag entrichtet haben, ein Mitgliederkärtchen (von Herrn Dr. Ralf Müller ansprechend gestaltet) übergeben, das in Fällen, in denen wir einen Unkostenbeitrag erheben müssen, freien Eintritt erlaubt, und, was wir heute schon tun,
alle bitten, uns bei der Mitgliedergewinnung zu unterstützen.
Das in früheren Berichten zur Verbindung mit unserer Dachorganisation, der Vereinigung Deutsch-Griechischer Gesellschaften, Gesagte gilt weiter: Den potentiell darin liegenden Nutzen für uns haben wir, außer gelegentlichem Austausch von Erfahrungen, sicher noch nicht erschlossen.
Unser besonderer Dank gilt wieder allen Mitgliedern, die den Verein durch Veranstaltungsteilnahme, Diskussionen, Vorschläge und Mitwirkung in der Tanzgruppe tatkräftig unterstützt haben.
Ganz ohne Zweifel kann ich wieder in Ihrem Namen sprechen, wenn ich mich bei den Vorstandsmitgliedern für das Engagement, die Sachkenntnis, die vielen guten Ideen und das freundschaftliche Zusammenwirken sehr herzlich bedanke. Wir alle konnten erleben, und das besonders während der griechischen Woche, wie Frau Ursula Novotny mit ihrer umfassenden Personen– und Sachkenntnis, ihrer sprachlichen Kompetenz sowie mit Zähigkeit und Geduld ständig für den Verein da ist, wobei sie von ihrer Arbeitsstelle an der Universität nicht nur keine Unterstützung (wie es wenigstens aus fachlicher Sicht geboten wäre) sondern sogar Anfeindungen erfährt. Mit freundlicher Heiterkeit, ständiger Einsatzbereitschaft und Sachkenntnis wirken Elke Kotthoff und Eleni Vafiadu im Vorstand. Die Zusammenarbeit macht uns Freude und wir werden, wenn Sie einverstanden sind und nichts Außergewöhnliches eintritt, diese gern noch ein Jahr pflegen. Herrn Rolf Geyer sei besten Dank für die Beratung in finanztechnischen Dingen. Wir hoffen immer noch, und das nun mit einiger Gewissheit, dass Herr Suppé, der aus Gründen, die auch mit persönlichen Dingen zusammenhängen, bei uns kaum präsent sein konnte (obwohl auch er uns oft mit Rat und Vorschlägen half), in Zukunft wieder mehr Zeit für uns finden wird.
Gemäß unserem Statut steht Anfang 2009 wieder die Neuwahl des Vorstandes an und wir alle sollten die Zeit bis dahin nutzen, über Vorschläge für eine personelle Bereicherung (auch Verjüngung) des Vorstandes nachzudenken.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien für das Jahr 2008 Gesundheit und Wohlergehen und uns allen ein regelmäßiges Wiedersehen im „Griechenhaus“.
Prof. Dr. Joachim Schulz
Vereinsvorsitzender
Letzte Veranstaltung im Jahre 2007
Am Dienstag, dem 4. Dezember 2007, sprach im Seminarraum des Frankreich-Zentrums (im Institut Français de Leipzig) Herr Professor Dr. Stefan Troebst , Universität Leipzig, zum Thema
Vom Epirus ins Elbtal. Flüchtlinge aus dem Griechischen Bürgerkrieg in der SBZ und DDR 1949-1989
Herr Prof. Dr. Troebst ist stellv. Direktor des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) und Professor für Kulturstudien Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig. Sowohl das interessante, reiche Material, das Herr Prof. Troebst den zahlreichen Zuhörern präsentierte als auch die lebendigen, zum Teil auch kritischen Ergänzungen durch „Zeitzeugen“ in der ausgedehnten Diskussion machten die Veranstaltung für alle zu einem Erfolg.
Picknick auf dem Fockeberg in Leipzig 2007
Am 13. Juli 2007 war es wieder soweit. Das Sommerwetter ließ in diesem Jahr keine Wünsche offen, zumal es vor kurzem ausgiebig geregnet hatte und deshalb die Vegetation frisch, die Luft rein und die Fernsicht ausgezeichnet waren. Vielfältig war wieder die Auswahl der von den Teilnehmern auf griechische Art zubereiteten, schmackhaften Speisen. Die Auswahl der Getränke umfasste Weine, Ouzo, Säfte und Wässer. Ebenso vielfältig und anregend waren die Gesprächsthemen.
Görlitz ist viele Reisen wert !
Das sagen heute alle Teilnehmer an der Exkursion unseres Vereins nach Görlitz/Zgorzelec am Wochenende des 30. Juni/1. Juli 2007. Unter fachkundiger, organisatorisch ausgezeichneter Leitung durch unseren Görlitzer Freund (des Leipziger Vereins und Griechenlands gleichermaßen), Herrn Facharzt Klaus-Dieter Tietz genossen wir an diesen beiden Tagen ein sehr reichhaltiges Programm, das bei aller Dichte von Keinem als überladen empfunden wurde. Es umfasste eine fachkundige Führung durch den historisch überaus reichhaltigen und gut restaurierten Stadtkern, eine Vorführung des Filmes mit der Dokumentation musikhistorischer Forschungen unter den 400 Offizieren und 6 000 Soldaten des IV. Griechischen Armeekorps, die während des 1. Weltkrieges, von Mitte September 1916 bis Ende Februar 1919, in der Stadt weilten (interniert, aber nicht als Kriegsgefangene!), Besuch des Festivals des Griechischen Liedes und eines Musicals zum Sorbas-Thema in Zgorzelec, musikalische Demonstration an der berühmte Sonnenorgel in der Peterskirche und Besuch der griechischen Gaststätte am Obermarkt. Ein herausragender Programmpunkt war der Besuch der 7 Grabstätten griechischer Offiziere auf dem städtischen Friedhof (die Gräber weiterer griechischer Armeeangehöriger, die während ihres Görlitzer Aufenthaltes verstarben, sind nicht mehr nachweisbar). Mit sehr großem Interesse blätterten wir im alten Begräbnisbuch, das uns in dankenswerter Weise Frau Mühle aus Görlitz vorlegte, und das Eintragungen über die zwischen 1916 und 1919 verstorbenen griechischen Soldaten und Offiziere enthält. Die im Schuljahr 2002/3 von Schülerinnen und Schülern des damaligen Augusteums angefertigte Dokumentation „Griechen in Görlitz“ wurde immer wieder bewundernd durchgeblättert und mit viel Lob bedacht.





