Erlebnisse und Impressionen
Unsere liebe Freundin, Frau Irmgard Peeck aus Hannover war am 24. 04. 2006 wieder einmal mit einem Vortrag zu Gast. Einen Tag nach dem griechischen Osterfest hörten wir einen kenntnisreichen und sehr lebendigen Vortrag zum Thema2300 Jahre Thessaloniki - Zeugnisse aus makedonischer, römischer und byzantinischer Zeit in der modernen Hauptstadt Nordgriechenlands
Im folgenden lesen Sie eine Zusammenfassung des Inhaltes ihres Vortrages, die Frau Peeck uns zur Verfügung gestellt hat.
Die Metropole Nordgriechenlands ist immer ein Zentrum gewesen und immer eine multikulturelle Stadt. Mit ihrem Hafen, einer noch wachsenden Industrie, der Messe, der Universität sowie Bibliotheken und Theatern ist Thessaloniki das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordgriechenlands. Die Bundesrepublik Deutschland ist dort dreifach präsent: im Deutschen Generalkonsulat, dem Goetheinstitut und in der Deutschen Schule Thessaloniki.
Die Referentin vermittelte zunächst erste Eindrücke von der Stadt, ging dann auf ihre über 2300 Jahre alte Geschichte ein und stellte abschließend einige der bekanntesten Kirchen ein. Es begann mit Philipp II. Von Makedonien. Nach seinem Sieg von Thessalien nannte er die Tochter, die ihm eine seiner Nebenfrauen gebar, „Thessalien“ – Thessalonike. Mit dieser Halbschwester Alexanders des Großen vermählte sich Kassander, Nachfolger Alexanders in Makedonien. Ihr zu Ehren nannte er die Stadt, die er 315 v. Chr. am Thermaischen Golf gründete, Thessalonike.
Obwohl Pella damals noch einen Zugang zum Meer besaß, forderten doch die neuen Bedingungen der hellenistischen Zeit den Aufbau einer Küstenstadt mit sicherem Hafen, der den unmittelbaren Seeverkehr mit den anderen Häfen des Ostmittelmeeres ermöglichte. Die Geschichte Thessalonikis bestätigt, wie gelungen die Wahl Kassanders war. Die heutige Stadt hat über 1Mio. Einwohner. Die alte Stadt, wie sie noch nach dem Ersten Weltkrieg bestand, bildete das Zentrum der modernen Großstadt. Nach der Befreiung von der Türkenherrschaft, 1912, nahm die Stadt rasch einen großen Aufschwung, besonders nachdem in den 20er Jahren etwa1000 000 Flüchtlinge aus Kleinasien hier angesiedelt worden waren.. So ist Thessaloniki heute wieder, was sie im oströmisch-byzantinischen über 100 Jahre gewesen ist: die zweite Hauptstadt der griechischen Welt.
Ein verheerendes Großfeuer zerstörte 1917 weit Teile der alten Stadt. Der Wiederaufbau erfolgte nach den Gesichtspunkten einer modernen Stadtplanung. Dabei ließ man Raum für große Plätze, breite Boulevards und Parkanlagen. So haben wir heute weitgehend eine Stadt des 20. Jahrhunderts vor uns. Aber die alten, vom Feuer unversehrt gebliebenen Stadtteile haben z. T. bis heuten ihren orientalischen Charakter bewahrt.
Die Stadt liegt in Hanglage, an einem der Vorberge des 1200 m hohen Chortiatis. Da sie noch im Ersten Weltkrieg im Osten von der alten Stadtmauer begrenzt wurde, stand beim Aufbau von Universität und Messe (1925/26) genügend Platz vor der östlichen Mauer zur Verfügung. So liegen heute Universitäts- und Messegelände mitten in der Großstadt. Die moderne Universität ist mit etwa 60 000 Studenten eine der größten des Balkans.
Die Zeit der deutschen Besatz ung brachte auch hier, wie in allen griechischen Städten, eine verheerende Hungersnot, der Zehntausende zum Opfer fielen. Die Deportation (1942/43) und Ermordung der fast 50 000 Juden, die damals in Thessaloniki lebten, ist wohl das traurigste Kapitel der Besatzungszeit. Nach den schlimmen Jahren von Krieg und Bürgerkrieg kam es erst Ende der 50er Jahre zu einem neuen Aufschwung.
Ihren besonderen Charakter erhält die Stadt durch die zahlreichen byzantinischen Kirchen. Während der mittelalterlichen Epoche des Oströmischen- Byzantinischen Reiches stand Thessaloniki neben Konstantinopel als die „Zweite Stadt“. Sie ist – trotz allen Heimsuchungen, die sie erlitten hat – die einzige Stadt des Byzantinischen Reiches, in der eine ununterbrochene Reihe charakteristischer Bauten der byzantinischen Sakralarchitektur vom 5. bis zum 14. Jh. erhalten geblieben ist. Deshalb bildete die Darstellung einer der bekanntesten Kirchen mit ihren berühmtesten Mosaiken und Fresken den Abschluss des Vortrages.
Die Bildserie wird in den kommenden Tagen noch ergänzt
Bild 1 : Triumphbogen des römischen Kaisers Galerius (Ende 3./Anfang 4.
Jahrhundert) auf dem Odos Egnantia, eine sehr alte Hauptstraße durch Thessaloniki
Bild 2 : Weißer Turm (15. Jahrhundert), Teil der venizianischen Stadtbefestigung
Bild 3 : Denkmal für Alexander dem Großen
Bild 4: Frau Peeck beim Vortrag
Bild 5: Dank im Namen der Zuhörer
Zypern
as Schicksal der Republik Zypern hat uns immer wieder viel zu sagen. Das hat uns Herr Professor Dr. phil. Heinz A. Richter aus Mannheim mit einem Vortrag zum Thema
Der Zypernkonflikt – ein Resultat britischer Kolonialpolitik
äußerst lebendig vermittelt. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Zypern in der Bundesrepublik Deutschland am Donnerstag, 09. 03.,19.00 Uhr, an der Universität Leipzig, in der Beethovenstraße statt.
Herr Prof. Richter ist Autor zahlreicher Sachbücher und wissenschaftlicher Zeitschriftenartikel zu Brennpunkten der neueren griechischen und zyprischen Geschichte (u. a. eine mehrbändigen Geschichte Zyperns). Die Publikationsliste finden Sie unter: http://www.geschichte.uni-mannheim.de/neuzeit/
Bilder 1 und 2: Prof. Richter beim Vortrag
Bild 3. Unter den zahlreichen, sehr interessierten Zuhörern auch Studenten aus beiden Teilen Zyperns
Bild 4: Die stellvertretende
Vorsitzende des Vereins, Frau Dr. U. Novotny, dankt dem Referenten.
Marcoskinder
Am 22. 02. 2006 stellte Sophia Kambaki aus Berlin uns (Mitgliedern des Vereins Griechenhaus Leipzig“und "Verein griechischer Bürger in Sachsen" sowie zahlreichen Gästen) ihren Videofilm „Markos Kinder“ vor. Es war eine sehr interessante und bewegende Veranstaltung. Im Folgenden einige Angaben zum Film und zur Biographie von Frau Kambaki.
Zum Film:
Die DDR war gut zu uns." Das sagen keine verklärten Ostalgiker, sondern griechische Exilanten, der mehr als 30 Jahre in der DDR gelebt haben. Man nennt sie "Markos Kinder" – nach dem Führer der griechischen Partisanenverbände General Markos Vafiadis. Während des Bürgerkriegs in Griechenland (1946-49) wurden 1.300 Kinder nach Ostdeutschland evakuiert. Die Rückkehr in ihre griechische Heimat blieb für sei ein unerfüllbarer Traum bis 1974, dem Ende der griechischen Militärdiktatur. Zwei dieser Markos-Kinder, von denen auch zahlreiche e seit mehr als 50 Jahren in Deutschland leben, sind die Eltern der Regisseurin. Gemeinsam begeben sich Mutter, Vater und Tochter auf eine Reise in die Vergangenheit, auf der sie anderen Markos-Kindern begegnen.
Kurzbiographie von Frau Kambaki
Geboren 1967 in Leipzig. 1980 Übersiedlung nach West-Berlin. 1987/88 Studium für klassischen und modernen Bühnentanz an der Musikhochschule Köln. 1994/95 freie Mitarbeiterin beim Magazin "Style And The Family Tunes". 1996-98 Ausbildung zur Video-Cutterin. 1998-2005 Studiengang Montage an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg. "Markos Kinder" ist ihre erste Regiearbeit und ihr Abschlussfilm an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg (unter dieser Adresse finden Sie auch Näheres zu Film und Regisseuren im Internet).
Legenden
Bild 1 : Blick in den Vorführraum des „Bürgerzentrums Messemagistrale“ in Leipzig. Ältere und Junge, Griechen und Deutsche vereint
Bild 2 : Frau Kambaki bei der Diskussion zum Film
Bild 3: Die Eltern
Bild 4 : Der neue Generalkonsul Griechenlands für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Herr Cakioussis
Bild 5 : Markos-Kinder der ersten und zweiten Generation
Bild 6 : Austausch von Erinnerungen
Bild 7 : Vater von Frau Kambaki (2. von links)
Bild 8: Freude über das Wiedersehen und Erinnerungen an sehr schwere Zeiten
Bild 9 : Die Mutter
Bild 10 : Großer Beifall und herzliche Glückwünsche
Bild 11 : Die Diskussion geht weiter
Bild 12 : Noch ein Blick ins Publikum
Jahresbericht 2005
Am 18. 01. 06. fand unsere Jahresversammlung in der griechischen Gaststätte „Ambrosia“ in Leipzig statt. Nachstehend finden Sie den Jahresbericht 2005, vorgetragen vom Vorsitzenden des Vereins.
Liebe Vereinsmitglieder!
Als wir kürzlich im Vorstand zur Vorbreitung der heutigen Versammlung zusammenkamen, ging uns unvermittelt auf, dass unser Verein nun eine „Legislaturperiode“ von drei Jahren hinter sich gebracht hat und damit auf einen Zeitraum von 3 Jahren des Wirkens zurückblickt. Abgesehen davon, dass damit auch die Neuwahl des Vorstandes ansteht, ist es wiederum an der Zeit, Bewahrenswertes deutlich zu machen, Neues zu erkennen und das in die weiteren Vorhaben aufzunehmen.
Auch im vergangenen Jahr haben wir die Veranstaltungsreihe “Griechische Wissenschaftler und Künstler in Leipzig“ weitergeführt mit Vorträgen von Prof. Dr. Panos Terz, Aris Kalaitsis, Dr. Simeon Stamboulou, Dr. Pandelis Carelos und Prof. Vasileos Makridis. Damit haben wir dem eigentlichen Anliegen des den Vereinsnamen gebenden alten Griechenhauses sicher gut entsprochen, nämlich: hier tätige Griechen zu versammeln und deren Leistungen zu würdigen. Nur sind das heute nicht wie früher Handelsleute, sondern Persönlichkeiten der Wissenschaft und Kultur. Ganz in diesem Sinne sind sogar bedeutende Griechen auf der Durchreise bei uns zu Besuch gewesen: Das waren der bekannte griechische Schriftsteller, Drehbuchautor und Übersetzer Petros Markaris mit einer Lesung im Haus des Buches und - leider nicht mehr leibhaftig – der bildende Künstler Fotis Tsaprasis aus Halle mit einer Ausstellung von Teilen seines graphischen und malerischen Werkes, die von Frau Seidel-Tsaprasis organisiert und in den Räumen der Rechtsanwaltkanzlei unseres Freundes Dr. Rohde ausgestellt war.
Neben den erwähnten Vorträgen griechischer Kulturschaffender haben weitere historisch und landeskundlich interessante Darlegungen und Ausstellungsführungen - wir erinnern an die Veranstaltungen mit Dr. Hans Bach, Frau Irmgard Peeck, Dr. Ralf Claus Müller, Dr. Peter Gutte und Dr. Hans-Peter Müller– unsere Kenntnisse über Griechenland, die Antike und Byzanz in vielfältiger Weise erweitert. Dabei umfasste das Veranstaltungsspektrum auch Hören und Interpretation von Musik und Malerei. Es sei erinnert an die zwei von der Familie Kluth gestalteten Theodorakis-Abende und der Abend mit Frau Grit Friedrich über die Musik der Arumunen. Mit dem zuletzt genannten Thema haben wir auch begonnen, kulturelle Beziehungen zwischen Griechenland, seinen Nachbarn und nichtgriechischen Mitbewohnern zu beleuchten; wir sind damit auch einer erfreulichen aktuellen Tendenz gefolgt, die sich auch im jüngsten griechischen Filmschaffen widerspiegelt. Zum ersten Mal haben wir auch einen Atelierbesuch gemacht, und zwar bei dem jungen Leipziger Maler, Herrn Aris Kalaitsis. Es müssen also nicht immer Seminarräume sein. Gern erinnern wir uns auch an:
- Den Besuch von Veranstaltungen zum Neujahrsfest und zum griechischen Osterfest sowie an das Ostermahl zusammen mit dem Verein Griechischer Bürger in Leipzig.
- Den Besuch von Veranstaltungen des Griechischen Generalkonsulates (zu Griechischen Nationalfeiertagen).
- Den Besuch von Lesungen griechischer und zyprischer Schriftsteller und Dichter auf der Leipziger Buchmesse. Je nach Programmgestaltung werden wir uns auch in diesem Jahr dabei um Kontakte bemühen, was uns ja in der Vergangenheit hin und wieder gelungen ist.
- Das Picknick auf dem Fockeberg, das sich zum Katz- und Mausspiel mit dem Wettergott zu entwickeln scheint. Bis jetzt hat das Spaß gemacht und, wenn Sie einverstanden sind, versuchen wir es in diesem Sommer noch einmal.
- Der Sprach-Intensivkurs mit Tanzstunde (nach dem Motto: jedes Jahr ein neuer Schritt).
Nach wie vor geht es darum, und wir dürfen darin nicht nachlassen, mit interessanten, thematisch vielseitigen Veranstaltung ein breites Publikum anzusprechen. Wir freuen uns über guten Besuch, haben aber gelernt, dass es normal ist, wenn der Besuch hinsichtlich Teilnehmer von Thema zu Thema sehr unterschiedlich ist. Auch sind uns die lieb, die es aus beruflichen (doch gut, wenn das so ist!) oder persönlichen Gründen nicht schaffen zu kommen und uns das als Antwort auf Einladungen hin und wieder wissen lassen.
Kenntnisreiche Referenten von außen für unsere Veranstaltungen zu gewinnen, ist wichtig, aber auch Beiträge aus den eigenen Reihen bereichern uns in hohem Maße. Dazu gibt es bestimmt noch ungehobene Schätze, auch entwickeln sich im Laufe der Zeit neue Quellen.
Immer am Ball bleiben müssen wir bei der Verbindung zur Öffentlichkeit. Die Einrichtung einer Web-Seite des Vereins und deren ständige Aktualisierung ist ein Schritt nach vorn. Unseren Fotographen, der Familie Richter- Kokinou, danken wir sehr für die Fotos aus dem Vereinsleben, die wir – immer mit etwas Verzögerung – auf unsere Seite bringen. Es gibt schon Reaktionen aus anderen Teilen Deutschlands. Alle, die ins Internet gehen können, sollten dort noch öfter einmal nachsehen. Nicht zufrieden sind wir mit Ankündigungen unserer Veranstaltungen in der Lokalpresse und den Reaktionen darauf. Natürlich kann nur das erscheinen, was wir der Presse auch liefern, aber selbst dann, wenn mal etwas von uns kommt, fällt die namentliche Erwähnung unseres Vereins nicht selten weg. Hierzu müsste uns in Zukunft noch etwas zur Verbesserung einfallen.
Nicht geschafft haben wir die Veranstaltung der im Jahresprogramm vorgesehenen Filmwoche mit dem griechischen Filmregisseur Panteli Voulgaris. Hauptgründe dafür waren verspätete Reaktionen und äußerst hohe finanzielle Forderungen durch die griechische Organisation für die Spielfilmausleihe. Wir wollen jedoch an der Idee, griechische Filme zu zeigen, dranbleiben und dazu erst einmal kleinere Brötchen backen (siehe Vorschläge für das Jahresprogramm). Noch nicht realisiert wurde auch eine im vorigen Jahr diskutierte, aber nicht verbindlich in das Programm aufgenommene Exkursion nach Griechenland. Auch hierzu machen wir gleich einen Vorschlag.
Auch im laufenden Jahr werden wir einen neuen Anlauf für einen Antrag auf Bewilligung von Fördermitteln durch die Stadt für ein Projekt des Vereins machen (im vorigen Jahr hatten wir diesbezüglich nur einen sehr spärlichen Erfolg). Wenn wir uns inzwischen in der mit bürokratischen Hürden gespickten Kunst der Antragsstellung qualifiziert haben, werden wir hoffentlich erfolgreicher sein.
Ausdrücklich wollen wir die gute Verbindung zum Griechischen Generalkonsulat für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Sitz nunmehr in Leipzig-Mahrkleeberg, insbesondere mit dem bisherigen Generalkonsul, Herrn Tsakiris, hervorheben. Sein Nachfolger hat inzwischen sein Amt angetreten und Frau Novotny hat auch schon Verbindung zu ihm aufgenommen.
Im Berichtszeitraum ist die Verbindung zur Dachorganisation, der Vereinigung Deutsch-Griechischer Vereine konkreter geworden. Den sich daraus ergebenden möglichen Nutzen für uns haben wir allerdings noch nicht voll ausgelotet und erschlossen, das bleibt unbedingt zu tun.
Wie im Jahr zuvor hat auch im Berichtszeitraum die Griechische Regierung, vertreten durch ihr Kultusministerium, unsere Arbeit durch eine großzügige Geldspende unterstützt. Vielen Dank dafür.
Unser Dank gilt allen Vereinsmitgliedern, die uns durch Veranstaltungsteilnahme, Diskussionen und Vorschläge tatkräftig unterstützt haben. Stellvertretend in diesem Zusammenhang soll Herr Dr. Stamboulou genannt werden, der unserer griechischsprachige Korrespondenz den letzten Schliff gibt und über sein Wirken als beliebter Hochschullehrer Verbindungen zu Studenten der Neogräzistk knüpft.
Den Mitgliedern der Tanzgruppe, an der ja auch Vereinsmitglieder aktiv mitwirken, gilt unser ganz besonderer Dank. Neben der Ausstrahlung in der Leipziger Öffentlichkeit und dem Vergnügen an gepflegter Geselligkeit im eigenen Kreis verdanken einige von uns dieser Gruppe tänzerische Erwachsenenqualifikation auf dem Gebiet der (ersten) Grundschritte des griechischen Tanzes.
Wie immer konnten wir uns an die uns besonders verbundenen griechischen Gastronomen um Unterstützung wenden, an erster Stelle seien wieder die Herren Raptis aus Weißenfels und Balabanis genannt.
Großen persönlichen Dank - wobei ich davon überzeugt bin, dass Sie sich dem alle anschließen – will ich den Vorstandsmitgliedern sagen. Wenn sie gleich die Vorschläge für unser Vorhaben 2006 aus dem Munde von Frau Dr. Novotny vernehmen (Vorschläge, die maßgeblich auch von ihr stammen) erleben sie anschaulich das Engagement, den Ideenreichtum und die Konkretheit ihrer Tätigkeit. Wir verdanken ihr auch die unschätzbare Verbindung zur Universität, zur neugriechischen Sprachwissenschaft und den Neogräzistikstudenten. Darum beneiden uns ähnliche Vereine anderenorts. Zusammen mit Eleni Vaviadou und Elke Kotthoff, beide mit ihren jeweils ganz besonderen Fähigkeiten und Kenntnissen, bilden wir ein sehr kameradschaftliches und stets einsatzbereites Team, dem auch Herr Suppe immer wieder wertvolle Impulse gibt. Herr Rolf Geyer, der seine Funktion seit einem Jahr wahrnimmt, begleitet die finanziellen Aktivitäten des Vorstands kritisch und akribisch, auch ihm herzlichen Dank.
Unser, wie eingangs erwähnt, nun schon jahrelanges Bestehen bringt es mit sich, dass gelegentliche Treffen zu näheren Bekanntschaften und diese manchmal zu Freundschaften geworden sind. Das möge sich fortsetzen und so die Arbeit noch fröhlicher und interessanter machen.
Zum Abschluss wünscht der Vorstand Ihnen und Ihren Familien für das Jahr 2006 Gesundheit und Wohlergehen sowie uns allen ein regelmäßiges Wiedersehen auf Veranstaltungen im „Griechenhaus“.
Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden im Amt bestätigt
In der regen Diskussion ging es vor allem um die Vorhaben für 2006, welche nun zum Jahresprogramm 2006 zusammengestellt werden.
Bild 1: Die Versammlung bei der Arbeit
Bild 2: Frau Elke Kotthoff leitet die Versammlung
Bild 3: Der Ouzo langt ein
Bild 4: Prof. J. Schulz berichtet
Bild 5: Frau Dr. Novotny stellt die neuen Vorhaben vor
Liebe Vereinsfreunde,
die folgende kleine Auswahl an Bildern entstand auf den letzten Veranstaltungen des Vereins gegen Ende 2005. Die Themen selbst und die hervorragend gerüsteten Vortragenden regten uns an, im bevorstehenden Jahr 2006 uns weiter und in vielfältiger Weise mit Griechenland zu beschäftigen.
Bilder 1 und 2: Herr Dr. Hans-Peter Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Klassische Archäologie, führte uns am 23. November durch die Antikensammlung der Universität Leipzig und die „Stadt ohne Zeit“, eine Fotoausstellung über die Spuren des antiken Pompeji.
Bild 3: Vor einer Vitrine mit Funden aus Pompeji.
Bild 4: Wir danken Herrn Dr. Müller für die ausgezeichnete Führung
Bilder 5 und 6: Vom Geobotaniker Dr. habil. Peter Gutte erfuhren wir am 29. November viel Interessantes über die Pflanzenwelt des Mittelmeerraumes, besonders über die von Kretas und Zypern. Dabei gab es für uns Griechenlandreisende und oft auch Balkon- und Zimmergärtner manches beglückendes Wiedersehen mit lieben Bekannten, über die wir nun endlich mehr wissen.
Bilder 7 und 8: Der Religionswissenschaftler Professor Dr. Vasilios Makrides von der Universität Erfurt, sprach am 15. Dezember zum Thema Griechische Orthodoxie, der Westen und Europa. Der lebendige Vortrag bereicherte uns sehr und führte auch angesichts des aktuellen Weltgeschehens zu einer angeregten Diskussion.
Festvortrag
Bild 1: Der Botschafter der Republik Griechenland, Herr Konstantinos Tritaris, und der Rektor der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser, unterschreiben den Vertrag, in dem festgelegt wird, dass mit großzügiger finanzieller Unterstützung der griechischen Regierung am Institut für klassische Philologie und Komparatistik eine Stiftungsprofessur für Byzantinistische und Neugriechische Philologie eingerichtet wird. Der Festakt fand am 6. Juli 2005 im Alten Senatssaal der Universität statt. (Foto: Armin Kühne Leipzig).
Bild 2: Als Dritter von links, neben dem Botschafter der Republik Griechenland, Herrn Konstantinos Tritaris, der Generalkonsul der Republik Griechenland für die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Herr Theodoros N. Tsakiris. (Foto: Armin Kühne Leipzig).
Bild 3: Herr Professor em. Dr. Günther Henrich, Neogräzist und langjähriger Lehrstuhlinhaber am Institut für klassische Philologie der Universität Leipzig, bei seinem Festvortrag. (Foto: Armin Kühne Leipzig).
Mit freundlicher Genehmigung des Autors übergeben wir Ihnen im Folgenden den vollen Wortlaut des Festvortrages, den Herr Professor Dr. G. Henrich anlässlich der Unterzeichnung des Vertrages zur Einrichtung einer Stiftungsprofessur für Byzantinische und Neugriechische Philologie (Leipzig, 6. Juli 2005) gehalten hat. Herr Prof. Dr. G. Henrich ist auch Gründungsmitglied unseres Vereins.
Die Universität Leipzig und Griechenland
Von Günther Henrich
Exzellenz Botschafter Tritáris, Frau Vizepräsidentin des Sächsischen Landtags Dombois, Herr Generalkonsul Tsakíris, Magnifizenz Häuser, Frau Prorektorin Schubert, Herr Direktor der Stiftung für Griechische Kultur (Berlin) Dr. Ikonómou, verehrte griechische Gäste, Spectabiles, KollegInnen sowie MitarbeiterInnen der Universität, liebe KommilitonInnen, ich freue mich, dass ich in diesem schönen Alten Senatssaal unserer Universität anlässlich der vom griechischen Staat so außerordentlich hochherzig übernommenen Stiftungsprofessur für Byzantinische und Neugriechische Philologie zu Ihnen über das Thema "Die Universität Leipzig und Griechenland" sprechen darf.
Die Verbindung der hiesigen Alma Mater zur antiken Gräzität datiert schon seit dem Gründungsjahr 1409. Von diesem Anbeginn ist, wenn ich richtig sehe, die altgriechische Philologie im hiesigen Fächerkanon ohne nennenswerte Unterbrechungen vertreten, oft durch bedeutende Gelehrte. Doch wollte man auch von der Geschichte der Gräzistik hier sprechen, würde mehr als das Doppelte der zur Verfügung stehenden Zeit benötigt. Also beschränke ich mich auf die Geschichte von Byzantinistik und Neogräzistik an der Universität sowie auf die Beziehungen der Griechen zu Leipzig seit der späten Osmanenzeit. (Frank-Thomas Suppé und dem Kollegen Prof. Jürgen Werner danke ich für viele Informationen.)
Griechische Studenten sind an der Pleiße schon für das 17. Jahrhundert nachweisbar, häufiger werden sie seit der Mitte des 18. Jahrhunderts, dem Beginn der neugriechischen Aufklärung. Auf diese Stadt wurden sie wohl außer durch den Ruf ihrer Universität noch durch die vielen griechischen Bücher aufmerksam, die in ihren Verlagen erschienen und auch in Südosteuropa weite Verbreitung fanden, sowie dadurch, dass griechische Händler schon seit dem Ende des 16. Jahrhunderts regelmäßig die Leipziger Messen besucht hatten. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts begannen sich auch Kürschner aus Kastoriá am Ort niederzulassen. Der erste griechisch-orthodoxe Gottesdienst fand spätestens 1751, wohl in der Katharinenstr. 4, statt, dem so genannten "Griechenhaus". Am Nachfolgegebäude (Eiscafé Pinguin) ist übrigens 1999 auf Initiative Herrn Suppés eine z.T. vom Griechischen Generalkonsulat gesponserte schöne Bronzeplatte zur Erinnerung angebracht worden.
Was nun Neugriechisches und Byzantinisches im Umfeld der Universität betrifft, kann man das letzte Drittel des 18. Jahrhunderts eine Zeit der Vorläufer nennen. Der bedeutendste dieser Pródrom(o)i war der Universalgelehrte Evgénios Vúlgaris, der schon über reiche Lehrerfahrung an griechischen Hochschulen des Athos und Konstantinopels verfügte, als er - im Bewusstsein, dass ihm noch manches an moderner westlicher Naturwissenschaft und Philosophie zum erstrebten Bildungsideal des Enzyklopädisten fehlte -, 1764 nach Leipzig übersiedelte, 48 Jahre jung! Hier beginnt er nach zwei Jahren intensivster philosophisch-naturkundlicher Studien eine äußerst fruchtbare übersetzerisch-editorische Tätigkeit. Seine Ausgaben umfassen fremde wie eigene Werke: 1766 erscheint seine Logik - ich gebe die griechischen Titel in deutscher Übersetzung -, das philosophische Hauptwerk des Eklektikers, welches in hohem Grade neueres westliches Denken rezipiert. Im selben Jahr brachte er u.a. noch die neugriechische Vosporomachía (eines Westeuropäers Momars) heraus, der Vúlgaris eine hübsche eigene poetische Übertragung von Voltaires eher anspruchsloser Prosa-Erzählung Memnon anbinden ließ. Es handelt sich um die älteste griechische Übersetzung eines Voltaire-Textes und Vúlgaris' einziges literarisches Werk in neugriechischer Volkssprache, denn für seine wissenschaftlichen Bücher hat er verschiedene Varianten der Gelehrtensprache bzw. sogar das Altgriechische benutzt. 1768 geht sein Entwurf über religiöse Toleranz in den Druck - das griechische Wort für letzteren Begriff, α vεξιθρησκ[ε]ία, hat er selbst geprägt; dies Werk war ein riesiger, sehr kritischer Kommentar zu seiner damit zusammen erschienenen Übersetzung von Voltaires Essai historique et critique sur les dissentions des Églises de Pologne. In Leipzig entstehen u.a. auch seine Übersetzungen lateinischer Schriften des Hallenser Physikers und Mathematikers Johann A. Segner und der Anfangsgründe aller mathematischen Wissenschaften des Aufklärers Christian Wolff. Doch auch an Christlich- Griechischem und Byzantinischem war Vúlgaris interessiert: Er gab in der Messestadt zwei griechische Theologen Theodoret von Kyrrhos (5 Bde.) und Ioseph Bryennios/Vryénnios (3 Bde.); letztere Ausgabe ist bis heute nicht ersetzt. Der "Philosoph auf dem Königsthron", Friedrich II., wurde auf Vúlgaris aufmerksam und lud ihn nach Berlin ein, um mit ihm über Voltaire zu diskutieren, den beide zu dieser Zeit schon gar nicht mehr schätzten. Friedrich war von der Gelehrsamkeit des Griechen derart angetan, dass er ihn Katharina II. empfahl, als diese einen in orthodoxer Theologie wie antiker und westlicher Philosophie gleich bewanderten Hofbibliothekar suchte. Vúlgaris nahm die Stelle an, verließ Leipzig 1771, als 55-Jähriger, und brachte es in Russland noch zum Erzbischof und Akademiemitglied. Es handelt sich um eine Persönlichkeit, die zur geistigen Erneuerung der griechischen Nation wesentlich beigetragen hat. Seine sieben Leipziger Jahre waren für die anhaltende Wirkung dieses Polyhistors entscheidend.
Neben Vúlgaris als dem Theoretiker unter den Vorläufern sei noch ein Praktiker kurz vorgestellt, sein Freund Thomás Mandakásis aus Kastoriá, m. W. der erste Grieche, der hier promoviert wurde. Er ließ sich als Arzt in Leipzig nieder, wurde zu einem Motor des Drucks griechischer Bücher und versandte viele Exemplare gratis an griechische Schulen im Osmanischen Reich, verfasste auch eine griechische Fibel. Um die Hebung des Bildungsniveaus der griechischen Händler und Kürschner in Leipzig bemüht, erteilte er ihnen Griechischunterricht, hatte aber auch schon deutsche Schüler.
Das 19. Jahrhundert könnte man bezüglich Neogräzistik und Byzantinistik an der Universität mit dem Stichwort "noch keine Kontinuität" kennzeichnen. In Mandakásis' Todesjahr (1796) erschien das Neugriechisch-Teutsch-Italiänische Wörterbuch seines jungen Kollegen und Griechischschülers Karl Christoph Weigel. Dessen Vater, Chr. Gottlieb Weigel, war "Universitätsproclamator und verpflichteter Interpres der neugriechischen Sprache" gewesen. 1804 wird das Teutsch-Neugriechische Wörterbuch des Sohnes gedruckt; bemerkenswert die Fülle naturkundlicher und medizinischer Begriffe in beiden Werken. Sein Mitarbeiter an den Wörterbüchern, Johann Adolf Erdmann Schmi dt, brachte es dann zu einer bescheidenen Stelle an der Universität: 1808 erschien seine Neugriechische Sprachlehre, und ab 1814 muss er Sprachkurse an der Universität gegeben haben, denn seit damals wohnte er im Rothen Collegium, das den Angehörigen der Hohen Schule vorbehalten war. 1819 wird er zum "Lector der rußischen und neugriechischen Sprache" bestellt. M.W. handelt es sich dabei um den frühesten Fall von Institutionalisierung des Neugriechischunterrichts an einer deutschsprachigen Universität. Er veröffentlichte viele Lehrwerke zum Neugriechischen und Russischen. Von seinen neogräzistischen Publikationen seien folgende genannt, sämtlich in Leipzig gedruckt: Neugriechischer Dolmetscher; Hilfsbuch zur Erlernung der neugriechischen Sprache; Neugriechisch-deutsches Wörterbuch, erweitert als Handwörterbuch der deutschen und neugriechischen Sprache (1827/29) - dies hatte so großen Erfolg, dass Neuauflagen davon bis 1871 erschienen. Zu Schmidts Neugriechischveranstaltungen trat seine Übung "Einführung ins Mittelgriechische", der erste Ansatz einer Byzantinistik an der Universität. Er hat bis 1848 gelehrt.
Unser zeitlicher Rahmen erlaubt mir nicht, näher auf den Philhellenismus, dies so positive Kapitel im Verhältnis der Deutschen zu den Griechen, einzugehen, der gerade in Sachsen eine wichtige Rolle gespielt hat. Es sei nur auf zwei Persönlichkeiten hingewiesen: Der Philosoph Wilhelm Traugott Krug, der Gegner Hegels, forderte seine Studenten mit beachtlichem Erfolg auf, als Freiwillige am griechischen Unabhängigkeitskampf teilzunehmen. Ein anderer bedeutender Leipziger Philhellene war der Jurist Karl Theodor Kind, der mehrere Anthologien von griechischen Volksliedern und Prosa veröffentlichte, dazu eine Geschichte der griechischen Revolution; diese erregte europaweit Aufsehen. Sein Handwörterbuch der neugriechischen und deutschen Sprache (1841) berücksichtigt stärker als Schmidts Lexika die Volkssprache und erfreute sich mit fünf Nachdrucken bis 1888 eines ähnlichen Zuspruchs. Das Lektorat wurde jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht wieder besetzt. Auch Byzantinistisches finden wir erst am Ende des Jahrhunderts wieder: W. Wollner, klassischer Philologe und Slavist, las 1889 und '91/92 über Gegenseitige Beziehungen der byzantinischen und abendländischen Literatur des Mittelalters.
Das 20. Jh. ließe sich bezüglich Byzantinistik und Neogräzistik an der hiesigen Universität mit "Relative Kontinuität" überschreiben: Das Doppelfach ist hier kaum jünger als an der Universität München, seiner ältesten deutschen Pflegestätte: Anfang 1898 habilitierte sich der Deutschamerikaner John Schmi tt darin, begann im Sommersemester mit Lehrveranstaltungen und wurde 1903 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Im Folgejahr publizierte er seine immer noch nicht ersetzte kritische Ausgabe der Chronik von Morea, eines Textes, der ebenso als spätmittelalterliche Geschichtsquelle wie als umfangreiches Dokument der älteren neugriechischen Volkssprache von größtem Wert ist. Nach Schmitts plötzlichem Tode nahm 1909 Karl Dieterich dessen Stelle ein, der Leipzig über ein Vierteljahrhundert lang die Treue hielt; 1921 wurde er Ordinarius. Schon seine Dissertation Untersuchungen zur Geschichte der griechischen Sprache von der hellenistischen Zeit bis zum 10. Jahrhundert war vielversprechend und wird bis heute zitiert. Dieterich hatte auch persönliche Kontakte zu vielen Autoren in Griechenland. Seine Geschichte der byzantinischen und neugriechischen Literatur enthielt die erste wissenschaftliche Literaturgeschichte des Neugriechischen auf Deutsch; sie berücksichtigte bereits gesamtbalkanische Verbindungen. Noch ausgeprägter ist frühe Komparatistik in seinem Werk „Die osteuropäischen Literaturen“. Auf dem engeren Fachgebiet publizierte er u.a. Deutsche Philhellenen in Griechenland sowie die Anthologie Neugriechische Lyriker. Mit Sprache und Volksüberlieferungen der südlichen Sporaden [d.h. der Dodekanes-Inseln] hat er einen Grundpfeiler der wissenschaftlichen Dialektologie des Mittel- und Neugriechischen gesetzt.
Sein Nachfolger von 1936 bis 1945 wurde Gustav Soyter, der bereits mit seiner Dissertation Untersuchungen zu den neugriechischen Sprachkomödien und der Habilschrift Das volkstümliche Distichon bei den Neugriechen hervorgetreten war. Er gab die durch Werner v. Haxthausen schon 1 815 gesammelten Neugriechischen Volkslieder heraus, welche dieser handschriftlich Goethe zugänglich gemacht hatte. In Leipzig arbeitete er mit dem Begründer der Rumänistik außerhalb Rumäniens, Gustav Weigand, zusammen. Soyters wichtigste byzantinistische Titel: Humor und Satire in der byzantinischen Literatur; Byzantinische Geschichtsschreiber und Chronisten; dazu die Anthologie Byzantinische Dichtung. Eine gewisse Breitenwirkung erreichte sein Alterswerk Griechischer Humor von Homers Zeiten bis heute. Nicht verschwiegen werden soll, dass Soyter der NSDAP angehört hat; 1945 entließ man ihn.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Byzantinische Philologie hier nicht fortgeführt, die Neogräzistik zunächst von dem klassischen Philologen und Albanologen Maximilian Lambertz betrieben. Dieser forschte zwar fast nur auf albanologischem Gebiet, unterrichtete aber auch auf neogräzistischem. Nach ihm verwaiste die Professur. Anfang der 70-er Jahre erfolgte eine für kleinere Fächer günstige Korrektur der DDR-Hochschulpolitik mit dem Auftrag an die Leipziger Universität, die Neogräzistik wieder aufzubauen. Diese Aufgabe übernahm, zunächst mit Unterstützung durch Dr. Anneliese Malina von der Berliner Akademie, der Altgräzist Jürgen Werner, der sich von Lambertz in die Neugriechische Philologie hatte einführen lassen. Herrn Werner halfen zeitweilig zwei Mitarbeiterinnen, Efstathía Katsabáni und Ursula Novotny, die sich freilich anfangs selbst erst in die Neogräzistik einzuarbeiten hatte. Damit war Leipzig der einzige Ort der DDR, wo diese Regionalwissenschaft akademisch vermittelt wurde. Seit 30 Jahren geschieht dies kontinuierlich durch Frau Dr. Novotny. Jürgen Werner hielt als Professor Lehrveranstaltungen auch auf diesem Gebiet ab und publizierte darin eine stattliche Reihe von Artikeln und Rezensionen, welche meist die moderne griechische Poesie zum Gegenstand haben. Weiter organisierte er zwei internationale wissenschaftliche Konferenzen zur Neogräzistik (1977 und 1984), gab deren Akten heraus und betreute nicht zuletzt, trotz aller politischen Schwierigkeiten, sechs neogräzistische Dissertationen. Aufgrund seiner Initiative wurde dem so ungeheuer fruchtbaren Lyriker Jánnis Rítsos die Leipziger Ehrendoktorwürde verliehen.
Während der Zeit der DDR hatte die historische Byzantinistik einen Standort in Leipzig: 1951 wurde der Mediävist Ernst Werner, der sich besonders mit dem Übergang von Byzanz zum Osmanenreich beschäftigte, zum Dozenten, später Professor ernannt. Ihm folgte auf dieser Professur, welche die Bezeichnung "Mittelalterliche und Byzantinische Geschichte" erhielt, 1986 Klaus-Peter Matschke, von dem ich nur die umfangreichsten Arbeiten nennen soll: Die Schlacht bei Ankara und das Schicksal von Byzanz; Die spätbyzantinische Öffentlichkeit; zwei Haupt- und ein weiteres Kapitel in der Dumbarton-Oaks-Wirtschaftsgeschichte von Byzanz (auf Engl.); je ein Hauptreferat auf zwei Internationalen Byzantinisten-Kongressen; Zusammen mit Franz Tinnefeld (München) Gesellschaft im späten Byzanz. Leider hat die Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften diese Professur nach Herrn Matsches Emeritierung im Oktober 2003 umgewidmet.
Erst nach der Wende erreichte der Philologe Jürgen Werner schließlich die Einrichtung eines regulären Studienfachs Neogräzistik: 1994 etablierte der Freistaat Sachsen einen MagisterStudiengang Neugriechische Philologie (als Nebenfach), also ohne Byzantinistik. Der Vortragende, 1994 bis 2003 Inhaber der entsprechenden C3-Stelle, die jedoch den traditionellen Namen Byzantinische und Neugriechische Philologie führte, bemühte sich auf den Spuren John Schmitts und Karl Dieterichs in erster Linie um die Erforschung der griechischen Sprachgeschichte seit der Koiné, unter Einschluss von neueren Dialekten und Onomastik. Ein weiterer Schwerpunkt wurde das Verhältnis des griechischen Raumes zu Sachsen, wozu 1996 ein freundlicherweise von der griechischen Botschaft ausgerichtetes internationales Symposion stattfand (Evgénios Vúlgaris und die neugriechische Aufklärung in Leipzig), dessen Vorträge mit Unterstützung des Athener Kulturministeriums veröffentlicht werden konnten. Die flankierende Buchausstellung trug die Stiftung für Griechische Kultur in Berlin, welche uns anlässlich einer Buchmesse auch vier griechische Autoren zu einer Lesung aus ihren Werken sandte. Vielen Dank! Auf Einladung Frau Dr. Novotnys kam der bekannte Romancier Pétros Márkaris ebenfalls zu einer Lesung an die Universität. 2001 gab das Europa-Haus Leipzig unter Mitwirkung auch der Neugriechischen Abteilung ein Bändchen „Griechen in Leipzig - damals/heute“ heraus.
Erasmus-Verbindungen mit StudentInnen- und DozentInnen-Austausch bestanden zu drei griechischen Universitäten; unter unseren Studierenden waren immer auch solche aus Griechenland und Zypern. Regelmäßig nahmen deutsche Studierende an den Sommersprachkursen in Saloniki, Athen oder auf Corfù teil, zumeist mit griechischen Stipendien, wofür wir auch bei dieser Gelegenheit wieder danken möchten. Im WS 1996/97 kam Prof. Páppu-Shuravljova (Universität Saloniki) nach Leipzig, um über ihren griechischen Heimatdialekt aus der Ukraine zu forschen. Ergebnisse der entsprechenden, in Sommerferien in Saloniki fortgesetzten Zusammenarbeit haben die Kollegin und der Sprechende auf dem I. Europäischen Kongress für Neogräzistik (Berlin 1998) und dem IV. Internationalen Kongress für Neugriechische Dialektologie (Akademie Athen 2001) vorgelegt.
Sehr herzlich zu danken ist dem Griechischen Kulturministerium für Bücherschenkungen und Barbeträge, die großenteils für Bücherkäufe verwandt wurden.
Entscheidend für die Vollständigkeit des Unterrichts, die mit Frau Novotnys halbem Lehrdeputat (die andere Hälfte entfällt auf latinistische Veranstaltungen) und meinem vollen Deputat wohl nicht immer hundertprozentig hätte garantiert werden können, war jedoch, dass das Griechische Erziehungsministerium unserer Abteilung personelle Hilfe zur Verfügung gestellt hat, ab Oktober 2002 sogar durch ein volles Lektorat, mit dem der qualifizierte und bei den Studierenden beliebte Dr. Simeón Stampouloú beauftragt wurde. Ε v α π o λύ μεγάλ o ευχαριστώ!
Die Gründung der Deutsch-Griechischen Gesellschaft "Griechenhaus Leipzig" (2002) geht auf Initiative von Frau Dr. Novotny und Prof. Joachim Schulz zurück; die Gesellschaft führt regelmäßig Veranstaltungen zu Griechenland und Zypern durch und arbeitet auch mit der "Vereinigung griechischer Bürger in Sachsen" zusammen.
Diese Vereinigung liefert mir das Stichwort, wieder auf die in Leipzig zu Zeiten ansässigen oder studierenden Griechen zurückzukommen: Von der alten Gemeinde der Kürschner und Händler war schon kurz die Rede. In der ersten Hälfte des 20. Jh.s lebten oft über 50 Familien von Pelzarbeitern und Pelzhändlern am Brühl. 1949 löste jedoch ein Gesetz der jungen DDR alle ausländischen Vereine auf. Dies führte, nach den in der NS-Zeit erfolgten Internierungen und Konfiskationen sowie der kriegsbedingten Ausbombung des größten Teils auch der griechischen Immobilien und zusammen mit der Umgestaltung der Produktionsverhältnisse zum Exodus fast aller Griechen; die meisten Kürschner gingen nach Frankfurt a.M. und Wiesbaden, wo sie großen Erfolg haben sollten. Gleichzeitig kamen aber andere Griechen in die DDR, besonders nach Sachsen, linke Bürgerkriegsflüchtlinge, vor allem etwa 1140 unbegleitete Jugendliche, großenteils Waisen, die in Radebeul unterrichtet wurden. Viele von ihnen erhielten später in Leipziger Betrieben ihre Berufsausbildung. Nach der Wende kehrte die Mehrzahl dieser Griechen in ihre Heimat zurück, und die Verbliebenen bilden den Kern der erwähnten "Vereinigung griechischer Bürger in Sachsen". Es begann eine dritte Einwanderung, hauptsächlich von im Gastgewerbe Tätigen.
Über die griechischen Studenten des späten 18. Jahrhunderts schrieb der ehemalige Leipziger Student Goethe: "Der Wunsch, sich... Bildung anzueignen, war bei ihnen höchst lebhaft, sowie das Verlangen, allen solchen Gewinn dereinst zur Aufklärung, zum Heil ihres Vaterlandes zu verwenden." Zwischen 1809 und 1869 waren 135 Griechen an der Alma Mater Lipsiensis immatrikuliert. Mindestens 30 von ihnen erwarben den Doktorgrad, darunter der bedeutendste Sprachhistoriker Griechenlands, Geórgios Hatzidákis. Um 1875 studierte der spätere Psychiater und wichtige Prosaautor Geórgios Vizyinós in Leipzig. Schon viel früher, kurz vor Beginn des griechischen Unabhängigkeitskrieges, hatte die Philosophische Fakultät dem Kantianer Kúmas, der auch Wieland übersetzte, sogar die Ehrendoktorwürde verliehen.
2002 verfasste Olga Fanouráki die vom Kollegen Heydemann betreute Magisterarbeit "Griechische Studierende in Leipzig von 1890 bis 1918", worin den Biographien vieler der 165 Griechen, die in diesen drei Jahrzehnten unsere Universität besuchten, nachgegangen wird. Hoch ist der Anteil von ihnen, der hier promoviert wurde, ein Viertel (41). Wenige Namen späterer Koryphäen seien genannt: Der Metropolit und Makedonomache Karavangélis; mehrere Univ.-Professoren, darunter in Zürich und Bukarest lehrende; aber auch der Großindustrielle Dimítrios Kyriazís, Gründer von Zigarettenfabriken und Zigarrenmanufakturen in Ägypten, Griechenland und Hamburg. Von denen, die jedenfalls in Leipzig nicht den Doktortitel erwarben, erwähne ich das für die Anerkennung der griechischen Volkssprache entscheidende Viergespann der Linguisten bzw. Pädagogen Triantaphyllídis, Delm(o)úzos, Glinós und Papamávros; nicht zu vergessen Ioánnis R(h)állis, während des 2. Weltkriegs ein Ministerpräsident der griechischen Exilregierung, oder Stamátios Psáltis, dessen Grammatik der byzantinischen Chroniken (dt., Göttingen 1913, Nachdruck 1974) noch nicht ersetzt ist; mit der Monographie über seine Heimatmundart wurde er einer der Pioniere der modernen griechischen Dialektologie. (Frau Fanourákis Magisterarbeit wird übrigens in die Schriftenreihe zur Leipziger Universitätsgeschichte anlässlich der 600-Jahr-Feier [2009] aufgenommen werden)
Zur Zeit der DDR kamen griechische Studenten hauptsächlich aus dem blockfreien Zypern, während im vergangenen Wintersemester hier 37 zyprische und immerhin 28 helladische Studierende immatrikuliert waren; vor einigen Jahren sind es sogar etwa 70 aus Griechenland gewesen. Doch gibt es auch griechische Professoren und Dozenten in Leipzig: Von 1994 bis 2003 wirkte hier der Kompositionslehrer Dimítri(s) Terzákis. In der Chemie ist Athanásios Giánnis tätig, in den Wirtschaftswissenschaften Spyrídon Paraskewópoulos, in der Philosophie Nikólaos Psarrós und in der Neurochirurgie Chrístos Trantákis; Pános Terz ist Völkerrechtler im Ruhestand.
Die gegenwärtige Rezession mit ihren einschneidenden finanziellen Engpässen führte nach meiner Verrentung dazu, dass die bis 2003 aus dem sächsischen Staatshaushalt finanzierte Professur mit ihrem de facto neugriechischen Schwerpunkt nicht wieder besetzt und jetzt der neogräzistische Studiengang aufgehoben wurde. Wir sind jedoch in der glücklichen Lage, mit unserem heutigen Festakt feiern zu können, dass der griechische Staat, konkret das Erziehungs- und das Außenministerium, sich in dankenswertester, höchst generöser Weise bereit erklärt hat, in die Bresche zu springen und - ähnlich wie schon in München und an der Freien Universität Berlin - die Kosten einer Stiftungsprofessur, in Leipzig mit dem bisherigen Namen "für Byzantinische und Neugriechische Philologie", zu übernehmen, obwohl das Land ja noch schwer an den Ausgaben für die Infrastrukturverbesserungen im Zusammenhang mit der Olympiade zu tragen hat. Wir danken den beiden anwesenden Vertretern des Griechischen Ministeriums des Äußeren, Seiner Exzellenz Herrn Botschafter Tritáris und Herrn Generalkonsul Tsakíris, sowie - in Abwesenheit - der Generalsekretärin des Erziehungsministeriums Frau Professor Kriári, herzlich für ihre entscheidende Rolle bei dem Vertrag zwischen Griechenland und der Universität Leipzig und bitten sie, auch ihren beiden Ressortchefs, Herrn Minister Molyviátis bzw. Frau Minister Giannákou, den tiefgefühlten Dank unserer Universität zu übermitteln.
Für mich, der ich ja mehr Neogräzist als Byzantinist bin, bedeutet es zwar bei der Neuregelung - dies möchte ich nicht verschweigen - einen dicken Wermutstropfen, dass die Professur in Zukunft, eingebettet in die neuen Bakkalaureus- und Master-Studiengänge der erweiterten Gräzistik bzw. Antiken Kultur, nur noch auf christlich-griechische und byzantinische Philologie ausgerichtet sein wird, unter Wegfall der Wissenschaft vom modernen Griechenland und Zypern, jedenfalls in der Lehre. Auf diese Weise wird zwar in Leipzig der Anfang dessen gemacht, was Pávlos Tzermiás als "Hellenistik", d.h. gesamtgriechische Philologie, empfiehlt, aber eben nur der Anfang, denn zu diesem Konzept gehört auch die Neogräzistik. Es bleibt die Hoffnung auf wirtschaftlich bessere Zeiten und der Wunsch, dass sich dann die Universität und der Freistaat Sachsen der bedeutenden Leipziger Traditionen, möglichst nicht nur der Neogräzistik sondern auch der Rumänistik und der südslavischen Philologien, also dér Nachbarfächer, die ebenfalls den Sparzwängen weichen mussten, erinnern und entsprechende Studiengänge, vielleicht auch eine Professur mit einem Anteil byzantinischer Geschichte, wieder einrichten mögen. Die erwähnte Prise Wermut, oder sagen wir milder: Wehmut, hindert mich jedoch nicht - das möchte ich betonen -, den Bakkalaureus- und Master-Studiengängen "Hellenistik", "Lehramt Griechische Philologie" und "Antike Kultur" unter Einschluss der Byzantinistik von Herzen bestes Gedeihen zu wünschen.
Anlässlich des Staatsbesuchs des früheren griechischen Präsidenten Stephanóp(o)ulos beim früheren sächsischen Ministerpräsidenten Biedenkopf vor einer Reihe von Jahren erklärten beide Seiten, auch die kulturellen Beziehungen zwischen Sachsen und Hellas intensivieren zu wollen; das befreundete Land hat mit der Stiftung der Professur einen eindrucksvollen Schritt in diese Richtung getan.
Εξ o χότατε κύριε Τριτάρη, κύριε Γε v ικέ Πρόξε v ε Τσακίρη, από καρδιάς ευχαριστ o ύμε και εσάς πρ o σωπικά καθώς και τη v Γε v ική Γραμματέα κυρία Κριάρη για τις ευ vo ϊκές σας εισηγήσεις και τ o υς Υπ o υργ o ύς Εξωτερικώ v κύρι o Μ o λυβιάτη και Εθ v ικής Παιδείας κυρία Για vv άκ o υ για τη v ευεργετική v εις όφελ o ς της Σαξ ov ίας απόφασή τ o υς .
Ausstellung mit Werken von Fotis Zaprasis
In Zusammenarbeit mit unserem Verein und Frau Ch. Seidel-Zaprasis lud Herr Rechtsanwalt Dr. Claus J. Gerd Rohde am Freitag, dem 24. Juni, ab 19.00 Uhr zu einer Sommervernissage mit Werken von Fotis Zaprasis in den Räumen seiner Kanzlei in der Nikolaistraße 12/14 ein. Der Kunsthistoriker Herr Andreas Hüneke, Vorsitzender des Potsdamer Kunstvereins, führte am dritten Todestag des griechischen Graphikers und Malers in dessen Werk ein. An der Ausstellungseröffnung, die sehr gut besucht war, nahm auch der Generalkonsul Griechenlands in Leipzig, Herr Theodore Tsakiris , teil.
Fotis Zaprasis wurde 1940 in einer Bauernfamilie in Griechenland geboren und kam mit 11 Jahren in der Folge des Bürgerkrieges in seinem Heimatland in die DDR. Er lernte Chemiefacharbeiter und wurde von den Leuna-Werken an die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig delegiert. Das Studium beendete er mit großem Erfolg im Jahre 1965. Seine Werke, vor allem Aquarelle und Radierungen, darunter auch Grafikzyklen mit Illustrationen zu Werken bedeutender Dichter und Schriftsteller wie zum Beispiel Ritzos, Seferis, Garcia Lorca, Marie-Luise Kaschnitz, Bobrowski und Pasternak, wurden seit vielen Jahrzehnten in der DDR (auch wir Leipziger erinnern uns gern an Ausstellungen in der Galerie „Am Sachsenplatz“ und zahlreiche andere Expositionen seiner Arbeiten) in Griechenland, Polen und in der Schweiz gezeigt. Unaufdringlich, unter Vermeidung von Klichees aber mit großer Eindringlichkeit (was sich freilich erst bei intensiverem Betrachten erschließt) leuchtet auf vielen seiner Bilder Griechisches auf. Auch übt das Verweben von Figürlichem in graphischer und malerischer Ausführung mit handschriftlich gestalteten, literarischen Textfragmenten, wie es einen Teil seiner Werke kennzeichnet, einen nachhaltigen Reiz aus.
Ganz in diesem literarischen Sinne trug Herr Dr. Rhode eine von ihm gestaltete Blütenlese zum Thema „Vögel – Plädoyer eines Advokaten“ vor und das in Anlehnung an den griechischen Komödiendichter Aristophanes und an Goethe. Die Studentin der Neogräzistik Kathrin Mahrt rezitierte einen kurzen Text aus dem Original des Lustspiels "die Vögel", und trug so auch vom Sprachklang her zur klassischen Atmosphäre bei.
Wein aus Spanien und Leckereien aus Frankreich wurden von der Familie Albrecht angeboten und Herr Efstratios Balabanis gestaltete ein - wie immer - köstliches griechisches Buffet.
Im Folgenden finden Sie eine Bilderserie, die in loser Folge zu Fotis Zaprasis und unserer Veranstaltung informiert.
Bild 1: der Künstler in seinen letzten Lebensjahren
Bild 2: Grafik aus dem Besitz von Dr. Ursula Novotny
Bilder 3 bis 5: Arbeiten der letzten Jahre. Galerie Marktschlösschen Halle, aus einem Ausstellungskatalog 2003, in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt von Frau Seidel-Zaprasis
Bilder 6 bis 9: von der Ausstellung
Bild 10 (links im Bild): Frau Seidel-Zaprasis, Generalkonsul Th. Tsakiris, Frau Dr. U. Novotny
Bilder 11 und 12: von der Ausstellung
Bild 13: Eröffnung der Ausstellung
Bilder 14 bis 20: von der Ausstellung
Bild 21: Herr Andreas Hüneke bei der Einführung in Leben und Werk
Neuer Botschafter Griechenlands in Berlin
Der Generalkonsul von Griechenland in Leipzig, Herr Theodoros N. Tsakiris, übersandte uns (und den Vereinigungen der Griechen in Dresden sowie in Leipzig und dem Deutsch-Griechischen Verein in Weimar) folgendes Schreiben, das der neue Botschafter Griechenlands in Deutschland, Herr Konstantinos D. Tritaris , anlässlich der Überreichung seines Beglaubigungsschreibens an den Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland am 24. 06. 2005 an die in Deutschland lebenden Griechen gerichtet hat.
Da ein Teil unserer Mitglieder Griechen bzw. griechischer Herkunft sind und die Gedanken des Botschafters uns sicher alle interessieren, bringen wir nachfolgend eine Übersetzung.
Mitteilung des neuen Botschafters Griechenlands, Herr Konstantinos Tritaris, an die in Deutschland lebenden Griechen
Liebe Landsleute,
mit besonderer Bewegung übernehme ich die Amtspflichten in Deutschland, ein Land, in dem ich das Glück hatte, in den ersten Jahren meiner Laufbahn zu wirken und das als Generalkonsul in Stuttgart.
In einer Zeit, in der die in jeder Hinsicht engen griechisch-deutschen Beziehungen im Rahmen der erweiterten europäischen Integration und Zusammenarbeit noch weiter vorankommen, erhält Ihre immer schon bestehende verbindende Rolle eine immer größere Bedeutung. Heute besteht eine unerlässliche Notwendigkeit dafür, dass wir mit noch größerer Hingabe in dieser Richtung wirksam werden.
Ich meinerseits habe mir fest vorgenommen, an Ihrer Seite zu sein, damit Sie beim Erreichen Ihrer Ziele gut vorankommen. Auch werde ich während meiner Besuche in den verschiedenen Zentren des griechischen Lebens hierzulande möglichst enge Kontakte mit Ihnen pflegen.
Ich wünsche Ihnen Glück und Erfolg.
gez. Konstantinos D. Tritaris
Botschafter Griechenlands in Deutschland
Μήνυμα του νέου Πρέσβεως της Ελλάδος κ. Κωνσταντίνου Τριτάρη προς τους απόδημους Έλληνες της Γερμανίας
Βερολίνο, 24. 06. 2225
Αγαπητοί συμπατριώτες,
Με ιδιαίτερη συνγκίνηση αναλαμβάνω τα καθήκοντα μου στη Γερμανία, μια χώρα στην οποία είχα την τύχη να υπηρετήσω και κατά τα πρώτα χρόνια της σταδιοδρομίας μου, συγκεκριμένα δε ως Γενικός Πρόξενος στη Στουτγάρδη.
Σε μία εποχή που - ούτως ή άλλώς - στενές ελληνογερμανικές σχέσεις προάγονται ακόμη περισσότερο στο πλαίσιο της ευρύτερης ευρωπαϊκής σύνκλισης και συνεργασίας, ο ανέκαθεν πολύτιμος συνδετικός ρόλος σας αποκτά μία πρόσθετη σημασία.
Αποτέλει τώρα ζωτική ανάγκη να εργαστούμε με ακόμη μεγαλύτερο ζήλο προς την κατεύθυνση αυτή.
Από την πλευρά μόυ, δεσμεύομαι να βρίσκομαι στο πλευρό σας για την ευόδωση των στόχων σας, προσβλέπω δε και στην κατά δυνατό προσωπική επαφή κατά τη διάρκεια των επισκέψεών μου στα διάφορα κέντρα του Ελληνισμού.
Σας εύχομαι επιτυχία και προκοπή.
Υπογραφή: Κωνσταντίνος Δ. Τριτάρης. Πρέσβυς της Ελλάδος στη Γερμανία
Atelierbesuch bei dem Leipziger Maler Aris Kalaitzis am 27.05.2005
Am 27. 05. 2005 besuchten wir den jungen Leipziger Maler, Herrn Aris Kalaitsis, in seinem neuen Atelier im Graphischen Viertel, in der Hans Poeche-Straße 2- 4. Der Besuch erfolgte unmittelbar nach seinem Umzug dorthin, wobei er in seinem neuen Ateler noch zu keinem Pinselstrich gekommen war. Herr Kalaitsis, dessen Arbeiten in der letzten Zeit immer häufiger in Leipzig und an anderen Orten Deutschlands ausgestellt werden, studierte in Leipzig Malerei bei Arno Rink. Seine figürlichen Bilder fesseln mit hoher malerischer Qualität. Gleichzeitig regen sie, indem sie keine vorgefertigten Geschichten erzählen, beim Betrachter nachhaltig die Phantasie an. Wir sind gespannt auf künftige Ausstellungen; auch werden wir den Maler gern wieder besuchen. Unten finden Sie einige Schnappschüsse von unserem Atelierbesuch.
Lesung des Athener Schriftstellers, Drehbuchautoren und Übersetzers (vor allem Werke von Brecht und Goethe) Petros Markaris aus seinem Kriminalroman "Life" (Diogenes Verlag Zürich 2004)
Die gut besuchte Lesung mit lebhafter Diskussion am Anschluss fand am 02. 05. 2005 im Haus des Buches Leipzig statt. Die Teilnehmer an der Veranstaltung und auch weitere Verehrer seiner Werke werden sich sicher über einige Schappschüsse von der Veranstaltung freuen.
Vortrag mit Lichtbildern am 12. April 2005 in der Deutsch-Griechischen Gesellschaft „Griechenhaus“ Leipzig e. V.
Mistra – die „Akropolis des christlichen Hellas“
(ein Ausflug ins griechische Mittelalter)
von Frau Irmgard Peeck, Hannover
Wer heute nach Sparta reist, kommt in eine kleine Stadt, die 1834 vom ersten griechischen König, dem jungen Otto von Wittelsbach, neu gegründet worden ist. Die meisten Reisenden kommen jedoch nicht wegen der spärlichen Reste des griechischen oder römischen Sparta hierher, sondern sie wollen ca. 6 km westlich von Sparta die Ruinen einer byzantinischen Stadt besuchen, die in ihrer Blütezeit um 1400 bis zu 40 000 Einwohner zählte.
Nach der Eroberung Konstantinopels während des 4. Kreuzzuges (1204) schuf Gottfried von Villehardouin einen Herrschaftsbereich auf dem Peloponnes. Sein Neffe Wilhelm erbaute auf einem 620m hohen Vorberge des Taygetos die Burg Mizethr á s . Nachdem der byzantinische Kaiser Konstantinopel und weite Teile Griechenlands wieder gewonnen hatte, entstand Ende des 13. Jahrhunderts im Schutze der einstigen Franken-Burg eine byzantinische Stadt mit Kirchen, Klöstern, Palästen und Wohnhäusern, mit Straßen, Wasserleitungen und Brunnen, mit Plätzen und mächtigen Mauern, mit Toren und Türmen.
In den letzten hundert Jahren vor der Eroberung durch die Türken war Mistra Sitz eines „Despotes“, des höchsten Verwaltungsbeamten des Peloponnes, meist Sohn oder Bruder des Kaisers von Konstantinopel. In dieser Zeit (14. 15. Jh.) gelangte die Stadt zu ihrer höchsten Blüte. Mistra wurde damals das geistige Zentrum des Hellenentums. Die Fresken seiner Kirchen zählen zu den Höhepunkten der spätbyzantinischen Malerei.
Die Referentin gab einen lebendigen Überblick über die Geschichte der Stadt und führte dann mit eindrucksvollen Bildern in die einzelnen Kirchen und Paläste chronologischer Folge vor, wobei Bilder der Landschaft und einer üppigen Frühlingsflora die übrigen Aufnahmen ergänzten.
Liebe Besucher unserer Web-Seite!
Freuen sie sich bitte an einigen schönen Aufnahmen von Mitra, wie Sie uns (in großer Zahl) Frau Peeck präsentierte
Bildlegenden:
Bild 01: Hl. Georgios Kapelle
Bild 02: Hl. Georgios Kapelle
Bild 03: Mitropolis
Bild 04: Kloster der Pantnassa
Olympia 2004 - Übertragung der Eröffnungsfeier
Im Namen des Generalkonsuls der Hellenischen Republik in Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen, Herrn Theodoros Tsakiris und seiner Gattin, luden der International Relations & Diplomatic Club und die Deutsch-Griechische Gesellschaft "Griechen-Haus Leipzig" e. V. zum gemeinsamen Erlebnis der Eröffnung der 28. Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen am 13. 08. 2004 in die Residenz-Räume des Club International, Käthe -Kollwitz-Straße, Leipzig, ein. Die Life-Übertragung der Eröffnungsveranstaltung und die dadurch angeregten lebhaften Gespräche bei griechischem Wein, deutschem Bier (wir danken dem Spender, der Reudnitzbrauerei, vielmals) und griechischen Happen (wie immer, äußerst schmackhaft zubereitet von Herrn Balabanis, ebenfalls vielen Dank) hinterließen ließen bei allen Gästen wunderschöne Erinnerungen an diese Sommernacht. Die folgende Fotoserie bringt eine kleine Auswahl von Schnappschüssen.





